Terrorismus

«Schwachkopf»: Ex-Mister beleidigt Bundesrat Maurer

© Solothurner Zeitung

Adel Abdel-Latif wird gegenüber Ueli Maurer ausfällig. Ausrasten liess den Ex-Mister Maurers Aussage, «ich kann nur sagen, dass wir von Leuten wissen, die sich terroristisch ausbilden lassen, andere besuchen Koranschulen».

«Ueli Maurer kritisiert doch tatsächlich öffentlich den Besuch von Koranschulen. Mit Verlaub, Herr Bundesrat, Sie sind ein Schwachkopf», zitiert die Zeitung «Der Sonntag» aus der Pinnwand des Facebook-Profil des Facharztes für Radiologie und Medizinalunternehmer Adel Abdel-Latif (38).

Grund für den verbalen Totalangriff sind Ueli Maurers Äusserungen im Interview mit der «SonntagsZeitung» vom vergangenen Wochenende. Die Rekrutierung von islamistischen Kämpfern habe im vergangenen Jahr zugenommen, sagte Maurer. Wie viele Dschihadisten in Trainingscamps reisten, sei Geheimsache. «Ich kann nur sagen, dass wir von Leuten wissen, die sich terroristisch ausbilden lassen, andere besuchen Koranschulen», so Maurer. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) habe «einen relativ guten Überblick» über Dschihad-Kämpfer aus der Schweiz.

Adel Abdel-Latif fühlt sich durch diese Aussage in «seinen tiefsten Gefühlen verletzt»: «Damit suggeriert Maurer, dass Leute die eine Koranschule besuchen, quasi eine Terroristen-Ausbildung absolvieren. Genauso dumm wäre es zu behaupten, dass «in Priesterseminaren Pädophile herangezüchtet würden». Von einem verantwortungsbewussten Bundesrat erwarte er eindeutig mehr Kenntnisse über Politik, Kulturen, Religionen und vor allem «wesentlich mehr Allgemeinbildung».

Abdel-Latif steht zu Äusserungen

Der Mister Schweiz von 1996 ist als praktizierender Moslem aufgewachsen, seine Ehefrau Alif-Simone (32), bekannt als «DJ Lady Tom», konvertierte vor mehr als zehn Jahren durch innere Überzeugung ebenfalls zum Islam. Dass Abdel-Latif den Bundesrat auf Facebook als Schwachkopf betitelt, bereut er nicht: «Dazu stehe ich voll und ganz, denn mit solch einem dummen Zitat gefährdet der Verteidigungsminister gar die Sicherheit meiner Familie – das schürt nur noch mehr Vorurteile und Hass gegen Muslime.»

Wenn seine Frau beispielsweise beim Einkaufen ein Kopftuch trage, werde sie unterdessen oft verbal angegriffen. «Herr Maurer sollte sich einfach nicht zu Dingen äussern, von denen er bewiesenermassen nicht die geringste Ahnung hat.»

Beim Eidgenössischen Departement für Verteidigung will man Adel Abdel-Latifs harsche Kritik und die vielen Vorwürfe nicht kommentieren – und auch Bundesrat Ueli Maurer sagt nichts dazu.

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