Heimatgefühle

Schlink lebt in zwei Ländern, ist aber nur in einem zu Hause

Autor Bernhard Schlink schätzt die Vorteile Deutschlands (Archiv)

Autor Bernhard Schlink schätzt die Vorteile Deutschlands (Archiv)

Der deutsche Bestsellerautor Bernhard Schlink pendelt seit 20 Jahren zwischen Deutschland und den USA - hat aber zu keinem Zeitpunkt ernsthaft ans Auswandern gedacht. «In Amerika singt keine Amsel, läuten keine Kirchenglocken.»

Vor allem aber gehöre einem dort die Natur nicht. "Es ist alles Privateigentum. Wenn man wandern will, muss man einen Staats- oder Nationalpark finden", sagte der 68-jährige Schlink ("Der Vorleser") im Gespräch mit der "Berliner Zeitung".

"Findet man einen, sind die Wege nicht vom Schwarzwaldverein liebevoll gepflegt, sondern werden schlecht und recht vom Staat unterhalten, der kein Geld hat", erzählte der in Berlin und im US-Bundesstaat Massachusetts lebende Schriftsteller.

"Erst in Amerika habe ich gemerkt, was für ein Glück es ist, dass man in Deutschland einfach anhalten, parken und loswandern kann." Ausserdem sei es die Sprache, die ihn in Deutschland halte.

Mit "Das Wochenende" ist gerade einer von Schlinks Romanen verfilmt worden. Im Film mit Katja Riemann, Barbara Auer, Sebastian Koch und Tobias Moretti treffen frühere Freunde nach langer Zeit wieder aufeinander - einer der Freunde wurde als ehemaliges RAF-Mitglied gerade nach 18 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen.

Alte Rechnungen werden nun unter den Freunden und politischen Weggenossen aufgemacht, neue Überzeugungen und Lebensentwürfe prallen gnadenlos aufeinander.

Meistgesehen

Artboard 1