Wetten dass...?

Samuel Koch: Seine Schmerzen lassen ihn ohnmächtig werden

(Screenshot ZDF)

Christoph Koch in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz

(Screenshot ZDF)

Seit rund einem halben Jahr versucht der schwer verunfallte «Wetten, dass...?»-Kandidat Samuel Koch zurück ins Leben zu finden. Mit Markus Lanz sprach nun Samuels Vater Christoph über den schweren Kampf.

Christoph Koch, der Vater des im Dezember schwer verunfallten «Wetten,dass...?»-Kandidaten Samuel Koch fällt es schwer, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen und über den Unfall seines Sohnes zu sprechen. Und dennoch trat er am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz auf. «Millionen von Menschen haben den Unfall miterlebt und haben den Anspruch zu erfahren, wie es Samuel geht.»

«Warum denn soll man die Hoffnung aufgeben?»

Doch schon eine Antwort auf die Frage zu geben, in welchem Zustand sich Samuel im Paraplegiker-Zentrum Nottwil befinde, bereitet dem Vater Mühe. «Ich kann dazu keine aktuelle Antwort geben, da es keinen stetigen Verlauf gibt. Wenn ich heute sage, dass es ihm gut geht, kann diese Aussage für morgen schon nicht mehr zutreffen.»

Die Hoffnung an die Heilung lassen Christoph Koch und seine Familie nicht aufgeben, wie er weiter sagt. Gestärkt würden sie auch häufig mit netten Briefen per Post. Ein Brief habe die Familie besonders bewegt: «Wir bekamen von einem Mann einen Brief, der vor 18 Jahren ebenfalls in Nottwil gewesen war. Die Ärzte hatten ihm keinerlei Hoffnung auf Genesung gegeben. Heute fährt er wieder Fahrrad. Warum also soll man die Hoffnung aufgeben?»

Dramatische Hilflosigkeit im Alltag

Körperlich ist Samuel noch immer an den elektrischen Rollstuhl gebunden. Aus seiner Schulter und über die wenigen Muskeln in seinem Oberarm kann er diesen in Bewegung setzen. Geistig aber ist er da. «Sein Gehirn funktioniert einwandfrei, er hört gut, sieht gut - wenn auch die Schmerzen ihn manchmal ohnmächtig werden lassen - und er hat noch seinen Humor», erzählt Christoph Koch weiter.

Besonders belastend sei es für den ehemaligen Sportsmann, wenn ihm die hilflose Lage in Alltagssituationen vor Augen geführt werde, die ein gesunder Mensch kaum nachvollziehen könne. So habe ihn vor kurzem eine Fliege nachts so gestört, dass er nicht schlafen konnte, weil er keine Möglichkeit gehabt habe, das Tier zu verscheuchen.

Einen Alltag gebe es ausserdem bei Samuel nicht. «Wir leben von Tag zu Tag», sagt Vater Christoph. Er und seine Frau versuchen, so oft wie möglich in der Schweiz bei ihrem Sohn zu sein. Bis lange in die Nacht hinein seien sie bei ihm.

Und wenn sie mal nicht mehr können und eine Pause benötigen, löst ihre Tochter Elisabeth die Eltern ab. Sie sei das Bindeglied, erklärt Christoph Koch. «Überall, wo es fehlt, ist sie da. Ohne sie würde die Familie brach liegen.» (sha)

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