Federer-Tour

Roger Federer: Einmal rasieren bitte

Der Schweizer Tennis-Millionär nutzt die Spielpause, um sein Vermögen zu vergrössern: In Brasilien spielt Roger Federer mit einer zehntätigen Schaukampfserie Millionen ein. Für die Sponsoren rasiert er sich gerne auch mal in aller Öffentlichkeit.

In den World Tour Finals in London rasierte der Schweizer Tennisstar Roger Federer Jo-Wilfried Tsonga mit 6:2, 2:6 und 6:4 noch im übertragenen Sinne ab. Gestern kam es im brasilianischen São Paulo nun zum echten Klingentest: Für den Rasierkonzern Gillette luden die beiden Tennis-Cracks zum öffentlichen Rasierwettbewerb ein (siehe Video). Resultat: Unentschieden.

Der Weltranglistenzweite Federer eröffnete mit dem Werbeauftritt seine zehntätige Exhibition-Tour durch Südamerika. Bei seinem ersten Spiel gestern Abend in São Paulo geriet der Baselbieter dann selbst wieder unters Messer. Gegen Thomaz Bellucci aus Brasilien unterlag er mit 5:7, 6:3 und 4:6. Am Samstag geht es mit dem Schauspiel gegen Tsonga weiter.

Tsonga und Federer beim Rasieren. Wie geht das schon wieder?

Rasieren: Wie geht das schon wieder?

Egal, wie die Spiele enden: Für Feder ist die Tournee auf jeden Fall ein Erfolg. Der «Tages-Anzeiger» schätzt, dass die Adventsreise durch Südamerika Federer Einnahmen von 10 bis 12 Millionen Franken in die Kassen spülen. Gemäss Experten handelt es sich um die lukrativste Exhibition-Tour, die es im Tennissport je gegeben hat. Die Tickets kosten zwischen 220 und 440 Franken. Die Spiele gegen Juan Martin del Potro in Buenos Aires vom 12. und 13. Dezember sollen sofort ausverkauft gewesen sein. In São Paulo dagegen waren die Preise vielleicht doch ein bisschen zu hoch: Das gestrige Spiel war nicht ausverkauft.

Federer betonte gegenüber Medien, dass es nicht in erster Linie ums Geld gehe. Er sei noch nie in Brasilien gewesen und wollte sich unbedingt seinen Fans in Südamerika präsentieren. Und Federer wird tatsächlich wie ein Rockstar hofiert. «Wir hatten schon grosse Musiker hier wie die Rolling Stones oder Paul McCartney. Aber für mich ist es, als ob am 12. Dezember John Lennon kommen würde», schwärmt der argentinische Tennisspieler José Luis Clerc.

Die «Bilanz» schätzt Federers Vermögen mittlerweile auf 200 bis 300 Millionen Franken. Ein beachtlicher Teil davon stammt aus Sponsoring-Aktivitäten. Die Verträge mit Nike, Gillette oder Rolex spielen gemäss dem Wirtschaftsmagazin jährlich 45 Millionen Dollar ein. Mit den Siegesprämien habe Federer bisher 70 Millionen Franken verdient.

Während er in Südamerika nochmals ein Bad in der Masse nimmt, hat sich das Tennis-Ass an seinem neuen Wohnort Herrliberg (ZH), wo er demnächst von seinem jetzigen Wohnsitz im Steuerparadies Bäch (SZ) hinziehen wird, für einen diskreteren Lebensstil entschieden. Das Gemeindeammann-Amt Meilen-Herrliberg-Erlenbach hat gemäss dem Amtsblatt des Kantons Zürich ein gerichtliches Verbot erlassen: Wer sich der als Unberechtigter auf die Laubhölzlistrasse begibt, wird mit bis zu 2000 Franken bestraft. Foto- oder Filmaufnahmen haben eine Busse von nochmals 2000 Franken zur Folge.

«Volleyballer» Rogerer Federer spricht jetzt Portugiesisch

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