Mehr als zwei Wochen lang hatten die Behörden in der entlegenen südlichen Kleinstadt Bunawan versucht, mit Ködern aus Hühner-, Schweine- oder Hundefleisch das mehr als eine Tonne schwere Reptil in eine Falle zu locken.

Doch nachdem das Salzwasserkrokodil das Fleisch immer nur vom Spiess riss und frass, konnte dem Tier am Samstag mit Hilfe von 30 Einheimischen ein Schwermetallkabel um das Maul geschnürt werden. Das Riesen-Reptil soll nun zur Attraktion in einem eigenen Naturpark werden.

Der Einzug in das Guinness-Buch der Rekorde wäre für das vermutlich etwa 50 Jahre alte Männchen ein Leichtes: Dort ist bisher ein Artgenosse aus Australien von 5,48 Metern Länge als grösstes bisher gefangenes Krokodil aufgeführt. Noch grösser als dieses - aber nicht im Guinness-Buch verzeichnet - war Medienberichten zufolge bisher nur ein 6,20 Meter langer Artgenosse in Papua Neuguinea.

Krokodil soll einen Bauern gefressen haben

Im philippinischen Bunawan sind die Bewohner nach dem Fang des riesigen Raubtiers nun beruhigt, denn dort soll das Krokodil sein Unwesen getrieben haben. Es soll nicht nur etliche Wasserbüffel, sondern soll auch einen Bauern gefressen haben, der im Juli verschwand.

"Die Bevölkerung ist erleichtert", sagte Sumiller der Nachrichtenagentur AFP. Allerdings sei nicht genau klar, ob es sich bei dem Exemplar um den "Menschenfresser" handle, da in der sumpfigen Region noch weitere Krokodile gesichtet worden seien. Bei einer Untersuchung des Krokodil-Magens fand der Jäger nach eigenen Angaben keine Reste von Menschen- oder Büffelfleisch.

Eine Freigabe zum Abschuss sei für die Behörden nicht in Frage gekommen, sagte Bunawans Bürgermeister Edwin Cox Elorde. "Er ist ein Problemkrokodil, das aus der Wildnis genommen und für Öko-Tourismus eingesetzt werden muss."