Wilde Jugend

Regisseur Samir: In Zürich ging ihm «ein Knopf auf»

Filmemacher Samir war schon als Teenager ein Schelm (Archiv)

Filmemacher Samir war schon als Teenager ein Schelm (Archiv)

Im Kindergarten riefen ihm die Gspänli «Negerli, Negerli» nach. Erst als Mitglied der Zürcher Jugendbewegung hörte der Regisseur Samir ("Iraqi Odyssey") auf, sich von solchen Hänseleien einschüchtern zu lassen: «Mir ging ein Knopf auf, endlich konnte ich reden.»

Dass der gebürtige Iraker zudem seine rebellische Ader entdeckte, bekamen fortan vor allem die Lehrer zu spüren. Wie die "Schweizer Familie" berichtet, rannte ihm der Sekundarlehrer mit einer Schere hinterher, weil er angeblich zu lange Haare hatte. Schlimmer noch: Samir flog aus der Sek, flog aus der Typographenlehre und aus der Kunstgewerbeschule.

Der Drang, Verhältnisse zu ändern und auch mal gegen den Strom zu schwimmen, dürfte der mittlerweile 59-Jährige von seiner Mutter Maja geerbt haben. Diese wurde seinerzeit als Au-Pair nach London geschickt, weil sie in der Schweiz eine Liebelei begonnen hatte. "Dumm gelaufen. Sie kam mit einem Iraker zurück und übersiedelte nach Bagdad", so Samir.

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