"Ich sehe darin auch eine Reaktion auf die Digitalisierung", sagte der 50-Jährige der Hamburger Philosophie-Zeitschrift "Hohe Luft". "Die Menschen bekommen immer mehr mit, sind überfordert, und es ist ja ein menschlicher Instinkt, Zusammenhänge zu vereinfachen und auch zwischen nicht verbundenen Dingen Verbindungen zu sehen."

Mit seiner Hip-Hop-Band Die Fantastischen Vier sei er "Teil der Ich-Kultur der 90er" gewesen. "Das traf den Zeitgeist", sagte Smudo, der in Hamburg lebt und mit bürgerlichem Namen Michael Bernd Schmidt heisst. Mit den Jahren habe sich auch seine Einstellung zur Musik geändert. "Hip-Hop spielt keine grosse Rolle mehr in meinem Leben. Denn Musik ist eine identitätsstiftende Ware, und der Bedarf an Identitätsstiftung scheint bei mir mit steigendem Alter abzunehmen."