David Mzee
Querschnittsgelähmter lernt wieder laufen: «Ein unglaubliches Gefühl, die Zehen zu bewegen»

Nach einem schweren Sportunfall ist David Mzee auf den Rollstuhl angewiesen. Doch Schweizer Forscher geben ihm wieder Hoffnung: Dank einer neuen Therapie kann er aus eigener Kraft aufstehen und laufen.

Dominic Kobelt
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November 2010: David Mzee ist ein topfiter Sportstudent, trainiert mit seinen Kollegen den Dreifachsalto auf einem Mini-Trampolin. «Ich kann mich erinnern, wie ich gedreht habe in der Luft», erzählt er in der Sendung Talk Täglich auf «Tele Züri». «Die Landung hat sich angefühlt wie ein Schlag auf den Kopf. Ich dachte mir: bitte nicht wieder eine Gehirnerschütterung.» Dann sei der Moment gekommen, als er sich versucht habe zu bewegen. «Ich wollte atmen und bekam fast keine Luft. Dann kam zum ersten Mal richtig Panik auf.»

Seit einem Unfall sitzt David Mzee im Rollstuhl und ist querschnittgelähmt. Dank einer neuen Therapie lernt er wieder laufen. Mzee war gerade beim Frühstück, als ihm der Chefarzt von einer neuen Therapie erzählte. Bis zum Erfolg war es aber noch ein langer Weg. Dank einer in der Schweiz entwickelten Elektrostimulationstherapie und viel hartem Training kann er sich in der Zwischenzeit aus eigener Kraft aus dem Rollstuhl erheben und ein paar Schritte gehen.

Auch wenn das nach wenig tönt, ist Mzee sehr dankbar: «Jeder kleine Schritt, jede Bewegung, die zurückkommt, kann viel verändern.» Für ihn habe es sich auf jeden Fall gelohnt. Und auch aus wissenschaftlicher Sicht handelt es sich um einen Durchbruch. «Im chronischen Stadion einer Querschnittlähmung kommt eigentlich nicht mehr allzu viel zurück. Jetzt konnten wir durch gezielte Intervention zeigen, dass noch Veränderungen möglich sind.»

Er könne sich noch gut erinnern, als er das erste Mal gespürt habe, dass er links seine Zehen wieder bewegen konnte: «Es war in der Nacht, ich bin aufgewacht, und dachte erst, ich sei noch am träumen. Ich hatte eine riesige Freude. Es war ein spezieller Moment.»