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Pfarrei Fiesch betet künftig für ein Ende der Gletscherschmelze

Jahrhundertelang gefährdete das Wachstum der Gletscher die Bewohner - heute beunruhigt das Schmelzen der Gletscher die Menschen (Archiv)

Jahrhundertelang gefährdete das Wachstum der Gletscher die Bewohner - heute beunruhigt das Schmelzen der Gletscher die Menschen (Archiv)

Seit 1678 beteten die Bewohner der Walliser Dörfer Fiesch und Fieschertal in einer jährlichen Prozession, die umliegenden Gletscher mögen nicht weiter wachsen. Diese überholte Bitte kann nun nach einem Bescheid aus Rom der Realität angepasst werden.

In der Prozession 2011, die am 31. Juli stattfinden wird, soll demnach erstmals das Abschmelzen der Gletscher thematisiert werden. Pascal Venetz, Pfarrer der Pfarreien Bellwald und Fiesch, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA einen entsprechenden Bericht des "Walliser Boten".

"Man wird allerdings wenig davon merken. Die Prozession bleibt dieselbe", sagte Venetz. Bis auf die kleine Änderung im Text wohlgemerkt.

Früher sei die Fiescher Bevölkerung von der Schmelzwasser-Masse der Gletscher gefährdet gewesen, so Venetz. Das sei "seit Jahrzehnten nicht mehr der Fall". Mit der Abänderung des Gelübdes reagiere die Pfarrei auf die Klimaveränderung, die von menschlicher Hand herbeigeführt worden sei.

Im September 2008 überreichte der Präfekt des Bezirks Goms, Herbert Volken, Papst Benedikt XVI. persönlich ein Gesuch um Abänderung des einst abgelegten Gelübdes, jährlich für den Rückgang der Gletscher zu beten. Im August 2010 schliesslich ist der positive Entscheid aus Rom im Oberwallis eingetroffen.

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