"Ich hatte nie das Gefühl, dass die Menschen ständig in ihren Zimmern sitzen und weinen", schilderte der Zürcher seine Eindrücke. Am Festival del film in Locarno stellte sich Luisi am Mittwoch gemeinsam mit einigen seinen Schauspielern den Fragen der Journalisten. Sein neuer Film "Schweizer Helden" wird am Mittwochabend auf der Piazza Grande uraufgeführt.

Jeweils für eine Woche durfte Luisi 2001 und 2008 in einem Asylzentrum wohnen. Zu Beginn seien die Menschen dort ihm gegenüber sehr misstrauisch gewesen. Das habe sich aber bald gelegt. So lustig wie es im Film zeitweise zu und her geht, hat der Filmemacher auch die Stimmung in "seinem" Zentrum manchmal erlebt.

In der Komödie wollen Asylsuchende das Theaterstück "Wilhelm Tell" aufführen. Esther Gemsch spielt die Mitfünfzigerin Sabine, die das Grüppchen schauspielernder Flüchtlinge leitet.

Darauf angesprochen, wer für ihn denn heute Schweizer Helden seien und wer ein Gessler sei, drückte sich Luisi um eine Antwort. Schliesslich sprang seine Darstellerin für ihn ein: "Für mich ist Peter Luisi ein Held, weil er so viele Jahre an ein Filmprojekt geglaubt hat, zu welchem andere nie den Mut gehabt hätten", sagte Gemsch.

Das Projekt "Schweizer Helden" hatte Luisi schon seit 2001 in seiner Schublade, bisher fehlten ihm jedoch die finanziellen Mittel für die Realisierung des Films.