Man habe sehr wohl gemerkt, wenn ein Bundesrat in der Regierung eine Konfrontation gehabt hatte. "Derjenige tauchte dann beim gemeinsamen Mittagessen mit dem freundlichsten Gesicht auf und wollte die Sache wieder kitten", sagte Couchepin den Zeitungen "Tages-Anzeiger" und "Bund" im Interview. Man könne in der Regierung nicht ständig gegen alle sein, "sonst isoliert man sich und hat kein Vergnügen mehr im Leben."

Mit Blochers Nachfolgerin Eveline Widmer-Schlumpf pflegte Couchepin aber ein deutlich herzlicheres Verhältnis. Nähergekommen sind sich die beiden bei der UBS-Rettung. Es sei schon von Vorteil gewesen, dass er zu Widmer-Schlumpf eine vertrauensvolle Beziehung hatte. "Wir trafen uns dann oft einmal, zweimal pro Tag zu einem Kaffee, um die Lage zu beurteilen. Da ging es ab und zu auch mal um persönliche Sorgen."