Im Sommer 2005 durfte Winfrey die Pariser Luxusboutique «Hermès» gar nicht erst betreten. Das Geschäft ist unter anderem für seine exklusiven Handtaschen berühmt. Auch damals warf die dunkelhäutige Entertainerin den Shopbetreibern Rassismus vor. Es sei einer der beschämendsten Momente in ihrem Leben gewesen, wurde sie damals zitiert.

Winfrey machte den Fall in ihrer Talkshow zum Thema. Die «Oprah Winfrey Show» (eingestellt 2011) ist in den USA enorm populär und hatte bis zu 20 Millionen Zuschauer. Sie rief zum Boykott auf und beschwerte sich öffentlich bei der Geschäftsführung.

Nach Ladenschluss angerannt

Bald stellte sich heraus, dass Winfrey das Geschäft eine Viertelstunde nach Ladenschluss betreten wollte. Weil die Angestellten mit den Vorbereitungen für einen Anlass beschäftigt waren, hatte es noch immer Leute in der Boutique. Ein Angestellter wies Winfrey aber weg mit dem Hinweis, man habe schon geschlossen.

Trotz dieser Klarstellung kam das Unternehmen nicht darum herum, sich bei der Talkqueen zu entschuldigen. Der US-Geschäftsführer des Unternehmens wurde gar in Oprahs Sendung eingeladen. Vor den Augen der Zuschauer wurde das Kriegsbeil schliesslich wieder begraben. Die Gastgeberin betonte, sie habe nicht die Promi-Karte spielen wollen. (cze)