Ihre Leinwandpartner aus "Vom Winde verweht" hat Olivia de Havilland lange überlebt. Clark Gable alias Rhett Butler starb vor 50 Jahren. Vivian Leigh, die die schöne Scarlett O'Hara spielte, ist auch schon fast 45 Jahre tot. Und Leslie Howard, im Film Scarletts heimliche Liebe Ashley Wilkes, ist seit 1943 unter der Erde. Nur die unscheinbare Melanie, Ashleys tugendhafte Frau, tritt weiter ins Rampenlicht.

2009 sprach sie einen Dokumentarfilm über Alzheimer-Therapien. Im vergangenen Herbst wurde der 94-jährige Hollywoodstar auch in der Wahlheimat Frankreich gewürdigt. Dort lebt sie seit den 1950er Jahren.

Oscar-Quasselstrippe

Als Kind britischer Eltern in Tokio geboren, zog Olivia de Havilland noch als Kleinkind nach Kalifornien. Der österreichische Theatermann Max Reinhardt entdeckte sie 19-jährig in der Rolle der Hermia in Shakespeares "Sommernachtstraum".

Das Filmstudio Warner Brothers nahm sie gleich für sieben Jahre unter Vertrag und brachte sie an der Seite von Eroll Flynn gross heraus. Neun Filme drehte sie mit dem Herzensbrecher. Später gestand sie, dass sie fürchterlich verknallt gewesen sei in Flynn und seinem Charme nur mit Mühe widerstehen konnte.

1946 gewann de Havilland ihren ersten Oscar in der Hauptrolle von "To Each His Own"; in ihrer Dankesrede erwähnte sie nicht weniger als 27 Personen - bis heute ein Rekord. Drei Jahre später kam die Auszeichnung als beste Schauspielerin in William Wylers "The Heiress". Viel Anerkennung wurde ihr auch als neurotische Exzentrikerin in "The Dark Mirror" und "The Snake Pit" zuteil.

Epochemachender Gerichtsentscheid

Schon in den 1940er Jahren war die ebenso schöne wie streitbare Schauspielerin gegen die Macht der Studios, die Schauspieler mit Knebelverträgen an sich fesselten, zu Felde gezogen. Sie prozessierte und gewann, das Urteil ging als "De Havilland Entscheid" in die Geschichte ein.