Die Geschichte ging um die Welt. Um für die Kriegsgeschäfte-Initiative der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) zu werben, sprayte die 86-jährige Friedensaktivistin Louise Schneider in grossen roten Buchstaben die Worte «Geld für Waffen tötet» auf eine Baustellenabschrankung bei der Schweizer Nationalbank in Bern.

Louise Schneider: Sprayen gegen Waffenhandel

Louise Schneider: Sprayen gegen Waffenhandel

Die geplante Aktion der mutigen Seniorin rufte sogleich die Polizei auf den Plan, welche Louise Schneider prompt abführte. Um eine allfällige Busse für die Sprayerin bezahlen zu können, hatte die GSoA bereits eine Crowdfunding-Aktion geplant. Soweit wird es nun aber nicht kommen.

Wie die Nationalbank auf Anfrage des Nachrichtenportals «20 Minuten» mitteilte, wird sie auf eine Anklage gegen die Berner Aktivistin verzichten. Bei der Aktion handle es sich eher um eine Bagatelle und die Farbe habe sich problemlos entfernen lassen. Damit sei der Fall aus juristischer Sicht für die Bank erledigt.

Louise Schneider hat am Dienstagmorgen zum ersten Mal mit einer Spraydose hantiert: «Ich kann ja wegen der Arthrose den Finger kaum bewegen, deshalb hatte ich solche Mühe»

Louise Schneider hat am Dienstagmorgen zum ersten Mal mit einer Spraydose hantiert: «Ich kann ja wegen der Arthrose den Finger kaum bewegen, deshalb hatte ich solche Mühe»

Kaum Schaden durch Spray-Aktion

Selbst wenn die Nationalbank Anklage erhoben hätte, wäre Louise Schneider wahrscheinlich glimpflich davonkommen, wie «20 Minuten» weiter berichtet. Zwar seien Graffiti und Schmierereien Sachbeschädigungen, für die eine Busse droht und in gewissen Fällen sogar eine Haftstrafe. Das Strafmass sei allerdings von mehreren Faktoren abhängig, etwa von der Grösse des entstandenen Schadens. Auch spiele es eine Rolle, ob es sich dabei um eine Wiederholungstat handelt.

Da es sich bei der besprühten Mauer nur um eine Bauabschrankung handelt, mit der die Baustelle vor der Nationalbank abgegrenzt wurde und die verwendete Farbe der betagten Aktivistin abwaschbar war, entstand daher kaum ein Schaden. Bereits zwei Stunden nach der Spray-Aktion war die Abschrankung schon wieder blitzblank. (luk)

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