Magersucht?
Nach Profisport-Karriere 20 Kilogramm abgenommen: «Mein Leben ist ein Albtraum»

Die ehemalige Wimbledonsiegerin Marion Bartoli hat nach dem Rücktritt als Profispielerin dramatisch an Gewicht verloren und spricht nun am Rande des Turniers in London über ihren Überlebenskampf. Sie hält fest, dass sie nicht an Magersucht leide, sie habe viel mehr einen Virus eingefangen.

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Marion Bartoli links vor drei Jahren als Profitennisspielerin, rechts kürzlich bei einem Fotoshooting

Marion Bartoli links vor drei Jahren als Profitennisspielerin, rechts kürzlich bei einem Fotoshooting

Keystone

Marion Bartoli – was ist bloss mit dir passiert? Das fragen sich besorgte Tennisfans immer wieder. Entgegen der natürlichen Tendenz, dass zurückgetretene Profisportler zügig an Gewicht zulegen – wie etwa der brasilianische Ex-Fussballer Ronaldo –, hat die Wimbledonsiegerin Marion Bartoli massiv an Gewicht verloren seit sie nicht mehr professionell Tennis spielt.

Früher war sie auf der Tour bekannt als Pummelchen, die im Restaurant nicht gerne auf die Ernährung achtete. Und heute wird ihr Magersucht nachgesagt. Kein Wunder: Marion Bartoli hat in kürzester Zeit 20 Kilogramm verloren und wiegt gerade mal noch 48 Kilogramm.

In Wimbledon steht sie als Tennisexpertin für «Fox Asia Television» im Einsatz und erzählte am Rande des Turniers von ihrem Problem.

Sie sei keineswegs magersüchtig, entgegnet sie. Sie habe einen Virus eingefangen, der einen enormen Gewichtsverlust verursacht.

Bartoli sagt, sie könne wegen des Virus nur noch Bioprodukte essen und müsse diese vor dem Verzehr stets mit Mineralwasser abspülen, um keine körperlichen Reaktionen zu riskieren.

«Ich führe kein normales Leben mehr, ich überlebe nur noch. Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Mein Leben ist ein Albtraum. Ich fürchte vor dem Tag, an dem mein Herz plötzlich aufhört zu schlagen», sagt sie.

Sie glaubt, dass sie den Virus auf einer Reise Anfang Jahr zwischen Australien, New York und Indien aufgelesen habe. Sie sei seit längerer Zeit in Behandlung. Ärzte sind derzeit ratlos und würden ihr nicht helfen können, erzählt sie weiter.

Am Montag nach dem Turnier von Wimbledon will sie sich in einer Spezialklinik in Italien behandeln lassen. (sha)