Mit 0,9 Promille die Kontrolle über das Auto verloren: Der Frontal-Crash von René Rindlisbacher sorgte über Ostern landesweit für Aufsehen.

Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hat zur Klärung des genauen Unfallherganges ein Verfahren eröffnet. Laut Martin Leiser, Anwalt für Strassenverkehrsrecht, muss sich der Aargauer Kabarettist nun wegen Nichtbeherrschen des Fahrzeuges sowie Fahren unter Alkoholeinfluss verantworten. Zudem könnte ihm auch ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung drohen.

Mit 0,9 Promille: René Rindlisbacher baute schweren Unfall

Mit 0,9 Promille: René Rindlisbacher baute schweren Unfall

Zwei Personen mussten nach der Frontalkollision bei Niederdorf BL mit mittleren bis schweren Verletzungen ins Spital geflogen werden.

Wer sich ab 0,8 Promille hinter das Steuer setzt, gilt als stark alkoholisiert. «Rindlisbachers Unfallfahrt wird deshalb als grobe Verkehrsregelverletzung behandelt und könnte eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe zur Folge haben», so Leiser. Im Normalfall würden Verkehrssünder beim ersten Vergehen mit einer Geldstrafe geahndet. Die Höhe der Busse richtet sich nach den finanziellen Verhältnissen der verurteilten Person.

Wer mit einem Promillewert ab 0,8 Auto fährt, muss zudem den Führerausweis zuhanden des Strassenverkehrsamtes für mindestens drei Monate abgeben. Des Weiteren wird der Verstoss im Strafregister eingetragen und ist im Strafregisterauszug für eine gewisse Zeitspanne ersichtlich. 

Auch diese Schweizer Prominente wurden mit Alkohol am Steuer erwischt:

Rindlisbacher sorgte bereits 2015 mit einem Selbstunfall in Oberwil-Lieli für Schlagzeilen: Der Komiker verlor aufgrund eines epileptischen Anfalls das Bewusstsein und kam von der Strasse ab. Die Folge: Der heute 54-Jährige durfte sich während eines Jahres nicht hinters Steuer setzen. So lautet gemäss Thomas Grunwald, Chefarzt Epileptologie in der Klinik Lengg, die Vorschrift für Epileptiker: Der Patient darf ein Jahr lang keinen Anfall mehr haben, bevor er wieder Autofahren darf.

Alkohol am Steuer – keine Seltenheit

Dass sich Fahrer angetrunken hinters Steuer setzen, kommt immer wieder vor – wenn auch das Bundesamt für Strassen (ASTRA) in den vergangenen Jahren einen leichten Rückgang verzeichnete. 2017 mussten Lenker mit Alkohol im Blut in 13'620 Fällen den Fahrausweis abgeben. 

Es ist die zweithäufigste Ursache für Fahrausweisentzüge. Am häufigsten mussten Autofahrer ihren Ausweis abgeben, weil sie Geschwindigkeitsvorschriften missachteten. Das Fahren unter Alkoholeinfluss war im vergangenen Jahr für knapp einen Sechstel der Unfälle innerorts verantwortlich, in denen Personen zu Schaden kamen.