Zuerst hatten Beatty und Dunaway verkündet, das Musical "La La Land" habe in der Hauptkategorie als bester Film gesiegt - das war aber falsch. Vermutlich wurden Umschläge vertauscht. Wenig später wurde das Missgeschick korrigiert.

"Moonlight" erzählt auf sehr berührende Weise vom Heranwachsen eines jungen Schwarzen. Für das Drama gab es insgesamt drei Oscars, darunter auch für Mahershala Ali als bester Nebendarsteller.

Die schönsten Bilder von der «Nacht der Nächte», der 89. Verleihung der Academy Awards:

Noch mehr Auszeichnungen gingen an "La La Land". Das nostalgische Werk von Regisseur Damien Chazelle gewann sechs Oscars, darunter in den Kategorien für Regie, Filmmusik und Kamera. Seine Hauptdarstellerin Emma Stone wurde ebenfalls ausgezeichnet. Mit 14 Nominierungen war "La La Land" als grosser Favorit ins Rennen gegangen. Chazelle ist mit 32 Jahren der jüngste Regisseur, der je mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

Emma Stones Dankesrede nach ihrer Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin

Emma Stones Dankesrede nach ihrer Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin

Schweizer Hoffnungen enttäuscht

"The Jungle Book" gewann die Auszeichnung in der Kategorie "Visuelle Effekte". Damit holte einer der Schweizer Beteiligten einen Academy Award. Andrew R. Jones war zusammen mit Robert Legato, Adam Valdez und Dan Lemmon nominiert. Der 44-jährige Jones hat seit 2012 neben dem amerikanischen auch das Schweizer Bürgerrecht und wohnt in Fürigen NW. Für " The Jungle Book" hat er bereits einen Bafta erhalten.

Ausserdem war er 2005 mit "I, Robot" für einen Oscar nominiert und gewann 2010 den Oscar für "Avatar". Zuvor hatte er bereits zur Crew von "Titanic" gehört.

Drei weitere nominierte Filme mit Schweizer Beteiligung gingen dagegen leer aus. Der Oscar für den besten Live-Action-Kurzfilm ging an "Sing" von Kristof Deák. In der Kategorie war "La femme et le TGV" des 27-jährigen Zürchers Timo von Gunten nominiert. Auch "Ma vie de Courgette" des 44-jährigen Wallisers Claude Barras in der Sparte Bester Animationsfilm hatte das Nachsehen gegen "Zootopia".

Die minoritäre Schweizer Co-Produktion "I Am Not Your Negro", ein Dokumentarfilm über die Rassendiskriminierung in den USA, erzählt aus der Sicht vom afroamerikanischen Schriftsteller James Baldwin (1924-1987). Der Film wurde von den Genfer Produzenten von "Close up Films" co-produziert, unterlag aber in seiner Kategorie dem Werk "O.J.: Made in America".

Auslands-Oscar nach Iran

Der Auslands-Oscar ging an den iranischen Beitrag "The Salesman" von Asghar Farhadi. Als bester Darsteller wurde Casey Affleck für das Drama "Manchester by the Sea" ausgezeichnet. Darin spielt er einen traumatisierten Mann, der nach dem Tod seines Bruders in seine Heimatstadt zurückkehrt.

Als beste Nebendarstellerin wurde Viola Davis ausgezeichnet. Die 51-Jährige gewann für ihre Leistung in dem Drama "Fences" von Regisseur Denzel Washington, der auch in dem Film selbst die Hauptrolle spielt. Das Drama "Fences" erzählt von einem afroamerikanischen Paar in den USA der 1950er Jahre.

Spitzen gegen Trump

Politische Proteste wie die Rede von Meryl Streep bei den Golden Globes gab es bei diesen Oscars zwar nicht - dafür aber immer wieder Spitzen gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump. Viele davon gingen auf das Konto des Moderators Jimmy Kimmel: "Ich möchte mich bei Präsident Trump bedanken. Erinnert ihr euch noch an letztes Jahr, als jeder gesagt hat, dass die Oscars rassistisch seien?", sagte Kimmel mit Blick darauf, dass es im vergangenen Jahr viel Kritik an fehlenden schwarzen Nominierten gab.

Der iranische Oscar-Gewinner Farhadi war aus Protest gegen Trumps Einwanderungspolitik nicht zur Gala gereist. Stattdessen liess er eine Stellungnahme verlesen. Darin hiess es: "Wer die Welt in Kategorien von "Wir" und "unsere Feinde" einteilt, schafft Angst. (...) Filmemacher erzeugen Empathie zwischen uns und anderen. Und Empathie ist das, was wir heute mehr brauchen denn je."