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Mit Niki Lauda (†70) im Cockpit: «Improvisieren soll man hier nix»

Ex-Formel-1-Weltmeister, Unternehmer, Pilot – Niki Lauda war nicht nur Rennfahrer, sondern auch Besitzer der Niki Luftfahrt GmbH und Captain. Moderator Hugo Bigi begleitete den vielseitigen Österreicher 2006 auf dem Flug von Zürich nach Wien. Wir zeigen die ganze Sendung «Sommertalk» von damals in Gedenken an den am 20. Mai verstorbenen Niki Lauda.

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Perfekt. Es ist ein Wort, dass Niki Lauda in dem TV-Gespräch hoch über den Wolken immer wieder über die Lippen kommt.

«Die Faszination des Fliegens eines Verkehrsflugzeuges ist für mich, es perfekt zu machen», sagte er zu Moderator Hugo Bigi, der ihn während des Flugs von Zürich nach Wien im Cockpit interviewte.

Fliegen, wie es im Buche steht, das wolle er. Und das sei es auch, was jeder Pilot machen sollte, denn: «Improvisieren soll man hier nix. Der gute Pilot hält sich an alle Regeln.» Und er wolle ein Vorbild sein seine Piloten.

«Beinhartes Geschäft»

Er fliege, um «das Produkt mitüberprüfen zu können», sagte Niki Lauda. Es gehe schliesslich um ein «beinhartes» Geschäft. Dabei sei er zwar der einzige Pilot, der Autogramme geben müsse, ansonsten unterscheide ihn nichts von seinen Mitarbeitern. 500 Stunden fliege er pro Jahr mit dem Airbus. «Das ist schon eine normale Anzahl für einen Verkehrspiloten.»

Niki Lauda – sein Leben in Bildern:

Niki Lauda vor vier Jahren beim GP von Malaysia in Sepang. Der Österreicher verstarb am 20. Mai 2019 im Alter von 70 Jahren in Zürich.
26 Bilder
Abschied von einem grossen Champion: Niki Lauda.
Niki Lauda wurde 70 Jahre alt.
Der Österreicher war dreifacher Formel-1-Weltmeister (1975, 1977, 1984).
Lauda war später Pilot und Airline-Besitzer.
Die rote Kappe war sein Markenzeichen.
Lauda mit Ehefrau Birgit an den Laureus Sport Awards in Berlin 2016.
Lauda erhielt die Auszeichnung für sein Lebenswerk.
Lauda (rechts) und sein Rivale James Hunt 1976. Es war die Saison von Laudas schrecklichem Unfall auf dem Nürburgring.
Die Formel-1-Legende Niki Lauda zieht sich beim Horrorunfall im Jahr 1976 auf dem Nürburgring schwerste Verbrennungen zu.
Der Rennfahrer war auch über einen Monat nach dem Unfall noch schwer gezeichnet. Niki Lauda an einer Pressekonferenz nur fünf Wochen nach der Feuerhölle.
Auch ein halbes Jahr nach dem Unfall waren die Spuren der Verbrennungen noch deutlich sichtbar.
Seine erste Station in der Formel 1 war 1971 das Team March.
Lauda fuhr für McLaren (1982 - 1985), Brabham (1978 - 1979), Ferrari (1974 - 1977), BRM (1973) und March (1971 - 1972).
Niki Lauda.
Bei Ferrari war er Teamkollege von Clay Regazzoni.
Gehörten zu den erfolgreichsten Fahrer ihrer Zeit (von links): Regazzoni, Lauda und Emerson Fittipaldi im April 1974 auf dem Podest des Grand Prix von Spanien.
1979 gründete er die erste Lauda Air. 2003 folgte Flyniki.
Lauda im Cockpit des Airbus A320 im Rahmen des Erstfluges von Flyniki am Freitag, 28. November 2003, am Wiener Flughafen Schwechat.
Mit Laudamotion wollte der Unternehmer 2004 ins Leihwagenservice-Geschäft einsteigen. 2009 zog er sich zurück.
Der Selfmade-Millionär präsentiert 2015 sein Buch "Reden wir über Geld".
Eine Frohnatur war Niki Lauda nicht, dafür hatte er sein Herz auf der Zunge.
Lauda und Alain Prost.
Lauda und Michael Schumacher 1996.
Lauda und Nico Rosberg 2015.
Niki Lauda verstarb am 20. Mai 2019.

Niki Lauda vor vier Jahren beim GP von Malaysia in Sepang. Der Österreicher verstarb am 20. Mai 2019 im Alter von 70 Jahren in Zürich.

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Darauf angesprochen, welche Voraussetzungen ein angehender Pilot mitbringen müsse, sagte er: «Im Allgemeinen soll ein Pilot eine anständige Persönlichkeit haben. Der muss wissen, was er zu tun hat und hat Verantwortung zu tragen.» (smo)