Geläutert

Mit Anstand will Rapper Shyne wieder an die Spitze

Völlig unbescheiden: Shyne will ein eigenes Raumschiff

Völlig unbescheiden: Shyne will ein eigenes Raumschiff

Der Rapper Shyne will die Welt verbessern. Angefangen hat er mit sich selbst: Nach zehn Jahren Gefängnis wegen versuchten Mordes lebt das Enfant terrible der Hip-Hop-Szene heute geläutert als ultra-orthodoxer Jude in Israel.

Im Jerusalemer Luxushotel King David erklärt der 32-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur dpa seine neue Lebensphilosophie: Er will mit "sauberer" Hip-Hop-Musik Millionen verdienen und sein Geld für wohltätige Zwecke einsetzen. "Ich habe als junger Mann einen schrecklichen Fehler gemacht und dafür bezahlt", sagt Shyne, der sich heute Moses Levi nennt. "Jetzt will ich in die Zukunft blicken."

Shyne kritisiert Rapper, die in ihren Songs das Leben auf der Strasse glorifizieren. "Das ist sehr gefährlich für Kinder", betont der Musiker, der Bob Marley als sein wichtigstes Vorbild nennt. "Bob Marley hat 100 Millionen Platten verkauft - ohne ein einziges Schimpfwort." Der "neue" Shyne will auch Hip-Hop ohne Flüche machen. "Anstand hat sich in der Popkultur immer gut verkauft."

Seine demonstrative Nächstenliebe hindert Shyne nicht daran, sehr offen und ohne Scham ein Luxusleben zu führen. Er fahre gern in Luxuslimousinen oder fliege in Privatjets, sagt der Rapper. "Ich hoffe, dass ich eines Tages mein eigenes Raumschiff haben werde", sagt er unbescheiden.

Shyne sieht keinen Widerspruch zwischen seinem Lebensstil und der Bescheidenheit streng religiöser Juden. "Wir stammen doch von einer Linie der Könige ab", ruft der Rapper, der eine grosse goldene Armbanduhr trägt. "Warum sollten wir uns also in Lumpen kleiden?"

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