Nena
Mister Schweiz-Kandidat Joshua Tyrell: Ich hatte eine Todeserfahrung

Von wegen Nicht-Wisser: Nicht alle Kandidaten der diesjährigen Mister Schweiz-Wahl baden in Oberflächlichkeit. Joshua Tyrell beispielsweise. Der Sohn einer Therapeutin will andere Werte vermitteln als eine Heidi-Klum-Glitzerwelt. Warum macht er trotzdem in dieser Sehnsuchtsmaschine mit?

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Joshua Tyrell
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Joshua Tyrell Hier bei der Wahl zum Mister Suisse Romandie.
Joshua Tyrell Er studiert - man siehts! - Sport und Deutsch.
Joshua Tyrell Kann sich sehen lassen, oder? Joshua Tyrell, das jüngste von drei Kindern.
Ananda Tyrell Ananda Tyrell war die Heilerin von Nena. (Bild: Nell Andris)

Joshua Tyrell

Keystone

Claudia Landolt

Joshua Emanuel Tyrell: Der amtierende Mister Suisse Romandie hat ein bewegtes Leben. Geboren in Kalifornien, aufgewachsen in Jamaika, dem Mittelland, und schliesslich Lausanne. Der Vater Musiker, die Mutter Schamanin. Was sich anhört, als entspränge es einem Groschenroman, entpuppt sich als glückliches Leben in einer zugegebenrmasse speziellen Familie.

Speziell, warum? Einerseits ist da die Mutter, Ananda Tyrell (63). Die Deutschschweizerin ist gelernte Architektin, lebte als Nonne im Himalaya, war ein Hippiemädchen in Ibiza und Bali, baute mit Bob Marley eine Öko-Farm in Jamaika.

Kind einer Hippie-Familie

Dort realisierte sie, dass sie eine Gabe hatte, anderen Menschen zu helfen. «Es ist eine Berufung, eine Gabe, auch wenn ich es zuerst nicht wahrhaben wollte», erklärt sie am Telefon. Nell Andris, eine Fotografin aus Zürich, kennt Ananda schon lange. Sie sagt über sie: «Dank Anandas Verbundenheit konnte ich mir viele Umwege ersparen und jegliche Arztbesuche, weil sie mich an die geistig-seelische Ursache von körperlichen Problemen heranführt und mir vermittelt, wie ich sie auf den verschiedenen Ebenen heilen kann.»

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Am Samstag wird der neue Mister Schweiz gewählt. Er wird Nachfolger von André Reithebuch. Wählen Sie hier ihren Favoriten und stimmen Sie ab. Das Ergebnis des Votings drucken wir am Samstag in der Zeitung.

Die Jugend hört nicht auf Eltern, sondern auf Missen und Mister

Dieser Hintergrund hat Joshua nicht gehindert sich für die Mister Schweiz-Wahl anzumelden. Im Gegenteil, sagt seine Mama. «Joshua will wirklich ein Vorbild für die Jugend sein, will ihnen zeigen, dass es noch etwas anderes gibt als Drogen, Rauchen und Alkohol», sagt Ananda. «Hier in Lausanne ist es schlimm, da hängen bereits 13jährige am Wochenende mit einer Flasche Wodka auf dem Bahnhof herum.» Offenbar würde Joashua von den Jungen respektiert, seit er Mister Suisse Romandie ist. er erzählt: «Früher machte sich manch einer lustig über unsere vegetarische und veganische Ernährung und unsere Vorliebe für Bio-Produkte. Seit ich Mister bin, ist das ganz anders. Sie nehmen mich ernster.» Die Jugend habe heute ganz andere Vorbilder, führt seine Mutter weiter aus. «Sie hören nicht auf die Eltern, sondern orientieren sich an Models, Schauspielern und Missen».

Todeserfahrungen als Siebenjähriger

Aber auch Joshua hat schon erfahrungen gemacht, die ihn daran erinnern, wie kostbar das Leben ist. Ananda erzählt: «Als Kind litt er sehr unter Krupphusten. Einmal in den Ferien in der Türkei erlitt er einen solch schweren Anfall, dass er Blut zu husten begann. Joshua, damals 7 Jahre alt, verlor das Bwusstsein, die Mutter bangte um sein Leben. «Plötzlich sagte er mir. Mama, beruhige dich. Ich habe eine Lichtgestalt gesehen, und sagte mir, alles werde gut. Da wusste ich, Joshua überlebt, und trägt diese Erinnerung in sich.»

Ananda ist sich sicher, dass Joshua das Rampenlicht der Mister-Wahlen nicht vermissen wird, sollte er nicht gewinnen. «Das ist für ihn ein Spiel», sagt sie. Also keine narzisstische Sehnsuchtsmaschinerie. «Joshua macht sich davon nicht abhängig, dafür ist er dann doch zu tiefsinnig. Er hat ein Urvertrauen zum Leben, das alles seine Richtigkeit hat, auch Misserfolge.»

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