Eurovision Song Contest

Mission Titelverteidigung: Und wer hats erfunden ...?

Die Schweiz hofft mit ihr: Anna Rossinelli

Die Schweiz hofft mit ihr: Anna Rossinelli

Die von Stefan Raab initiierte «Mission Titelverteidigung» haben in Wahrheit die Schweizer erfunden. Nachdem Lys Assia am allerersten Gran Premio Eurovisione della Canzone 1956 die für die Schweiz gewonnen hatte, wurde sie im Jahr darauf vorletzte.

Der Niederländerin Corry Broken ging es 1957/58 ähnlich, danach hat es niemand mehr versucht. Erfolgreiche Titelverteidigungen hat es zwar gegeben - Spanien 1968/69, Luxemburg 72/73, Israel 78/79 und Irland 92/93/94 - aber nie durch dieselben Interpreten.

Ein Sieg von Lena Meyer-Landrut wäre eine Premiere. Die Wettbüros sagen ihrem geheimnisvoll raunenden «Taken by a Stranger» aber nur Platz acht voraus. «Wiegenlied für eine Leiche», frotzeln ESC-Fans.

Beinahe-Plagiate

Ob Anna Rossinelli die Schweiz erstmals seit 2006 wieder ins Final bringt, ist ähnlich fraglich wie die deutsche Titelverteidigung. Die Buchmacher führen die Baslerin auf Platz 22. Neun der Konkurrenten, gegen die sie sich am Dienstag im Halbfinal durchsetzen muss, sind vor ihr klassiert. Nur zehn kommen weiter.

Dass Annas Song «In Love for a While» ähnlich tönt wie «Bubbly» von Colbie Caillat (2006) ist längst bekannt. Aber Wiedererkennungswert ist an der Träller-Olympiade die halbe Miete.

Auch der als Sieger gehandelte französische Beitrag «Sognu» kommt einem bekannt vor, er erinnert etwas an Vangelis' «Conquest of Paradise». Der 21-jährige Sänger Amaury Vassili, der angeblich «jüngste professionelle Tenor», singt auf Korsisch, weil sich das für Klassik-Pop besser eignet als französisch.

Old Boys and Young Boys

Starke Favoriten neben Vassili sind heuer zwei Boygroups: Die schon etwas angejahrte, weltbekannte britische Blue und die Formation um den Schweden Eric Saade, die mit «Popular» auch tänzerisch eine mitreissende Nummer hinlegt.

Weitere Top-Ten-Kandidaten sind Aserbeidschan, Bosnien-Herzegowina und Dänemark. Auch Kati Wolf aus Ungarn werden Chancen zugebilligt. Sie war schon als Kind ein Star, weil sie die Titelmelodie eines ungarischen TV-Cartoons sang.

Zu den heuer etwas dünn gesäten Kuriositäten gehören die irischen Zwillinge Jedward mit ihren Wiedehopf-Frisuren. Sogar der britische Premierminister Gordon Brown soll sich kritisch geäussert haben über die Fähigkeiten der erfolglosen «X Factor»-Kandidaten.

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