Miss-Kandidatinnen: Das Leben nach der Wahl

Ist eine Miss-Schweiz-Wahl das grosse Sprungbrett zum Erfolg oder einfach eine Lebenserfahrung? Es kann beides sein, wie die Geschichten ehemaliger Limmattaler Miss-Kandidatinnen zeigen.

Bettina Hamilton-Irvine

Noch vor wenigen Monaten war Tamina Schneider eine junge Frau, die in einem Restaurant arbeitete, Architektin werden wollte und sagte: «Die ganze Glamourwelt interessiert mich nicht speziell.» Heute ist die 22-jährige Oberengstringerin auf dem besten Weg, ein erfolgreiches Model zu werden. Dazwischen: Die Miss Schweiz-Wahlen 2009, bei der Tamina Schneider mit einem dritten Platz die Krone nur knapp verpasste.

Dabei war das Rampenlicht gar nicht unbedingt ihr Ziel, wie sie vor der Wahl sagte: «Ich sehe das Ganze als ein Projekt. Ich möchte etwas erreichen und anderen ein Vorbild sein.» Doch die Möglichkeiten, die sich ihr nun aufgetan haben, seien vielversprechend und sie wolle sie ausnützen, sagt sie nun. «Ich habe so viele Modelaufträge bekommen, dass ich selber erstaunt war.» Deshalb hat sie ihren Job als stellvertretende Leiterin des Restaurants Tres Kilos im Zürcher Seefeld per Ende Januar gekündigt und auch den Beginn des Vorkurses an der Kunsthochschule - für den sie die Aufnahmeprüfung bereits bestanden hat - und das anschliessende Innenarchitekturstudium vertagt. Denn: Erstmals beginnt sie einen neuen Job bei der Agentur «Zone 4 Communications», für die sie modeln und Events organisieren wird.

«Hunderttausend Einladungen»

Verändert habe sich ihr Leben auch in anderer Hinsicht, erzählt die Oberengstringerin, die mit Leichtathletikprofi Alexander Martinez liiert ist: «Ich bekomme plötzlich hunderttausend Einladungen», lacht sie. Auch werde sie auf der Strasse oft erkannt: «Doch viele Schweizer sind ja eher zurückhaltend und gucken bloss.»

Eine der erfolgreichsten Limmattaler Missen war die Dietikerin Melanie Meier, die sich 2005 fast die Krone geangelt hätte - und schliesslich hinter Lauriane Gilliéron Vize-Miss Schweiz wurde. Die gelernte Pflegefachfrau, die heute mit ihrem Freund in der Stadt Zürich wohnt, reduzierte bereits im Jahr darauf ihr Pensum im Zürcher Unispital, um sich besser auf ihre Modelkarriere konzentrieren zu können. «Ich wollte den Beruf aber lange nicht ganz aufgeben, da ich ihn gerne ausführe», erinnert sie sich. Doch irgendwann musste sie sich trotzdem entscheiden: Seit einem Jahr arbeitet die heute 28-Jährige voll als Model - und geniesst die Arbeit. «Ich werde auch auch in Zukunft Modeln - solange mir der Job Spass macht und ich noch gebucht werde», sagt sie.

Die Miss-Schweiz-Wahl betrachtet sie nicht nur als eine positive Erfahrung, weil sie ihr zu einer Modelkarriere verholfen hat, sondern vor allem wegen der Kontakte. «Ich habe viele neue Menschen kennengelernt», sagt Meier: «Noch heute bin ich mit zwei Miss-Kandidatinnen, Deborah Mehmann und Zoe Torinesi, eng befreundet.» Und während die Miss-Schweiz-Wahl damals ein wichtiges Ereignis in ihrem Leben war, so steht die sympathische Melanie Meier dieses Jahr vor der vielleicht grössten Veränderung ihres Lebens: Sie wird im Juni Mutter.

Lieber Malen als Modeln

Einer Herausforderung anderer Art stellt sich Sonia Grandjean, die einzige Limmattalerin, die es mit ihrem Sieg im Jahr 1998 zu einem Missen-Titel geschafft hat: Die Dietikerin konzentriert sich neben ihrer Arbeit vor allem auf das Malen und präsentiert ihre Bilder hin und wieder in Ausstellungen. Sonia Grandjean hat jedoch immer betont, dass ihr nicht viel an einer Modelkarriere läge.

Immer wieder mal als Model auf sich aufmerksam macht dafür die Dietikerin und Vize-Miss 2001, Michèle Fischhaber. Nicht mehr gross im Rampenlicht steht die Dietikerin Vjosa Kaba, die es 2007 an die Miss-Wahl schaffte - genauso wie die Oetwilerin Sandra Jost, die es im Jahr 2000 nicht unter die Finalistinnen schaffte.

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