Am 13. Juni 2005 wurde Michael Jackson von den Geschworenen einstimmig vom Vorwurf der sexuellen Belästigung von Kindern freigesprochen. «Herr Jackson, Sie sind vollständig rehabilitiert. Sie sind ein freier Mann», sagte Richter Rodney Melville. Trotz dieser Worte ist es um den 2009 verstorbenen Popstar nie richtig ruhig geworden. Jetzt tauchen neue Dokumente auf, die Jackson belasten sollen – und wohl zu einem anderen Urteil geführt hätten.

Wie das britische Boulevardblatt «Sunday Mirror» berichtet, hat das FBI geheime Dokumente, die belegen, dass der «King of Pop» die Vorwürfe seiner Opfer mit Geld zum Schweigen gebracht hatte. Michael Jackson hatte sich in den Neunzigerjahren mit seinem ersten angeblichen Opfer Jordan Chandler auf einen Millionenvergleich geeinigt. Doch in den Medien wurde immer wieder spekuliert, dass Chandler nicht Jacksons einziges Opfer gewesen sei.

Laut «Sunday Mirror» engagierte Jackson den Promi-Schnüffler Anthony Pellicano und gab ihm die Namen weiterer Missbrauchsopfer. Insgesamt spürte Pellicano 24 Familien von Jungen auf, die auf Jacksons Neverland-Ranch missbraucht worden sein sollen – oft in unmittelbarer Nähe zu deren Eltern, die der Aura des Superstars selbst so verfallen waren, dass sie keinen Verdacht schöpften.

Jackson soll mit jungen Besuchern Pornofilme geschaut haben

Den Familien bot Pellicano Geld an. Weil die Summen mal höher, mal niedriger ausgefallen seien, führte der Detektiv sorgfältig Buch. Seinen Opfern bezahlte Michael Jackson insgesamt 35 Millionen US-Dollar Schweigegeld. Die Geheimdokumente bewahrte Pellicano auf. Im Jahr 2002 landeten die Akten jedoch bei der US-Bundespolizei, als der Detektiv selbst verhaftet wurde.

Pellicano hatte Telefonate zahlreicher Hollywoodstars belauscht – unter ihnen Sylvester Stallone – und wurde dafür zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Papiere sind äusserst brisant: Unter anderem soll Jackson in seinem privaten Kino mit jungen Besuchern Pornofilme geschaut haben. In einem anderen Fall soll er im Kino mit den Genitalien eines Jungen gespielt haben, dessen ahnungslose Eltern nur wenige Reihen entfernt sassen.

Die FBI-Papiere mit den Aktenzeichen CADCE MJ-02463 und CR 01046 könnten nun eine wichtige Rolle spielen, denn derzeit läuft ein weiterer Prozess: Choreograph Wade Robson behauptet, von Michael Jackson als Kind jahrelang missbraucht worden zu sein. Der heute 30-Jährige hatte allerdings im Missbrauchsprozess des damals 13 Jahre alten Gavin Arvizo im Jahr 2005 als Zeuge für Jackson ausgesagt – und den «King of Pop» entlastet.

Nach dem Fund der Pellicano-Akten kommt für Wade Robson neuer Schwung in den jetzigen Prozess. Er verlangt eine Entschädigung aus dem Nachlass des 2009 verstorbenen Popstars. Seine Anwälte haben mittlerweile das FBI angeschrieben, um die Dokumente sicherzustellen und offenzulegen.