Sie habe auch "ein paar Fälle von sexueller Belästigung" erlebt, sagte die Co-Vorsitzende der Bill & Melinda-Gates-Stiftung der Deutschen Presse-Agentur. Auf Details wolle sie nicht eingehen, sagte die Ehefrau von Microsoft-Gründer Bill Gates weiter. Sie glaube nicht, dass ihre Erfahrungen "besonders entsetzlich" waren. "Ehrlich gesagt gibt es keine Frau aus meinem Bekanntenkreis, der es noch nicht passiert ist. Es ist allgegenwärtig."

Es sei wichtig, dass dies mit der #MeToo-Debatte nun alles an die Öffentlichkeit komme, sagte Gates. "Wir durchleben momentan eine schwere Zeit. Es ist die Zeit der Abrechnung, wo alles endlich herauskommt." Als nächstes müsse darüber diskutiert werden, was dagegen unternommen werden könne.

"Aber auch nur der Diskurs, den ich sowohl in den USA als auch auf meinen Reisen weltweit höre, dass dies nicht mehr weitergehen kann und wir etwas ändern müssen: Das allein ist Fortschritt. Und wir brauchen mehr davon."

Die gebürtige Texanerin kam 1987 zu Microsoft, wo sie ihren späteren Mann kennenlernte. 1996 verliess sie das Unternehmen und konzentriert sich seither auf wohltätige Zwecke. Zusammen mit ihrem Ehemann gründete sie 2000 die heute grösste private Stiftung der Welt, die Bill & Melinda Gates Foundation. Das Paar wohnt im US-Bundesstaat Washington und hat drei Kinder.