Mit einem tränenreichen "Thank you" bedankte sich Lohan dafür, dass der als äusserst strikt geltende Jurist völlig unerwartet noch einmal ein Auge zudrückte. Statt der "Roten Karte" mit direkter Einweisung ins Gefängnis gab Fox der Schauspielerin im Gericht von Beverly Hills eine letzte Chance. Sie darf ihren bereits begonnenen Entzug im Betty Ford Center im kalifornischen Rancho Mirage fortsetzten. Über Silvester hinweg, bis mindestens zum 3. Januar 2011, muss Lohan dort weiter von Drogen und Alkohol abschwören.

Es hätte viel schlimmer kommen können. Lohan hatte im September mit einem verpatzten Drogentest gegen ihre Bewährungsauflagen verstossen. Die Staatsanwaltschaft forderte 180 Tage hinter Gittern. Ein Gerichtsreporter des Internetdienstes "Tmz.com" sagte nach der Anhörung, dass Fox wohl von den Fortschritten Lohans beeindruckt war. Die vergangenen drei Wochen hatte das sonst sehr ausgehfreudige Starlet brav in der Entzugsklinik verbracht und die strikten Auflagen befolgt.

Filmreife Szenen per Live-Übertragung aus dem Gerichtssaal gab es diesmal nicht. Der Richter hatte Fernsehkameras bei der Anhörung verboten. Bei früheren Auftritten vor Gericht war Lohan häufig in Tränen ausgebrochen. Mal flehte das "Mean Girl" um Gnade, mal raufte sie sich verärgert die Haare. Diesmal war sie mehr darum bemüht, die Fassung zu bewahren, kommentierten Reporter nach der Anhörung. Mutter Dina stand der Tochter zur Seite. Ihre lange blonde Mähne hatte Lohan adrett zu einem Pferdeschwanz gebunden, sie trug eine schwarze Jacke und Jeans.

Lohan nickte brav, als der Richter eindringlich warnte: "Du bist eine Drogenabhängige. Ich hoffe, dass du das verstehst". Fox trug Lohan auf, am 25. Februar erneut vor Gericht zu erscheinen. Nach ihrer Entlassung aus dem Entzug im Januar muss sie sich weiteren Drogentests unterziehen. Mit aufmunternden Worten redete der Richter Lohan ins Gewissen. Er hoffe, dass sie dann "diese lange Episode" erfolgreich hinter sich bringen könne.