Schlager

Leonard zieht tiefschürfende Themen dem Schunkel-Schlager vor

Leonard wird 50 (Bild Homepage)

Leonard wird 50 (Bild Homepage)

Der Schweizer Schlagersänger Leonard wehrt sich gegen das Vorurteil, die Schlager-Szene sei konservativ. Gerade er habe immer wieder zu spüren bekommen, wie unvoreingenommen seine Fans seien, sagte 49-Jährige, der sich seit Jahren zu seiner Homosexualität bekennt.

Er sei immer mit offenen Armen empfangen worden, bekräftigte der Innerschweizer Sänger im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Einmal sei er an einem kleinen Festival im tiefsten Aargau aufgetreten, vor ihm eine Hip-Hop-Band. "Mein Gott, was soll ich da?", habe er sich gefragt.

Als der Moderator ihn dann als "grössten Schlager-Star der Schweiz" ankündigte, rief jemand aus dem Publikum "Ja, und er ist auch die grösste Schwuchtel". Trotz diesem etwas unglücklichen Start sei sein Auftritt ein Erfolg geworden, am Ende hätten alle Zuschauer aus voller Kehle mitgesungen, erinnert sich der Sänger.

Seine Liebe zu verstecken kam für den Musiker nie in Frage. Zwar hätte er, der im Januar mit "Noch lange nicht alles" sein 23. Album veröffentlicht, vielleicht mehr seiner Platten verkauft, wenn er mehr dem "perfekter-Schwiegersohn-Image" entsprochen hätte, orakelt Leonard. "Aber dann hätte ich immer etwas zu verstecken gehabt und wäre überhaupt nicht authentisch gewesen."

(Quelle: youtube/fritz51242)

Leonard singt «Auf den Flügeln deiner Liebe»

"Heile-Welt-Schlager" interessiert Leonard, der am 3. Januar seinen 50. Geburstag feiert, nicht. "Natürlich gibt es diesen Schunkel-Schlager, der in Mallorca gespielt wird." Er aber bevorzuge tiefschürfendere Texte und versuche, schwierigere Themen wie etwa Suizid in seinen Liedern unterzubringen.

Von einem aktuellen Eroberungszug des Schlagers will der Sänger im Übrigen nichts wissen. "Das wird vor allem von den Medien aufgebauscht." Klar verkaufe Beatrice Egli - die er im Übrigen schon lange kennt und sehr schätzt - viele Alben, solange aber Schlagerstücke nicht ebenbürdig mit anderen Songs von Stars wie etwa Robbie Williams im Radio gespielt würden, könne von einem Trend keine Rede sein, findet Leonard.

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