"Fiat Lux"

Leben von Sektenführerin Uriella «auf Messers Schneide»

Fiat-Lux-Oberhaupt Uriella (Archiv)

Fiat-Lux-Oberhaupt Uriella (Archiv)

Die Weltuntergangssekte «Fiat Lux» scheint selbst kurz vor dem Untergang zu stehen. Botschaften an ihre Mitglieder sprechen davon, das Leben Uriellas, der Schweizer Sektenführerin, stehe «auf Messers Schneide» und die Mitglieder seien ungehorsam.

Seit fast zwei Jahren hat sich die nun 80-jährige Erika Bertschinger-Eike, die sich Uriella nennt, nicht mehr in der Öffentlichkeit sehen lassen. Ihr Ehemann Eberhard, genannt Icordo, hatte aber noch 2008 eine schwere Erkrankung der Sektenführerin verneint.

Im Februar nun haben die Mitglieder der Weltuntergangssekte eine "Kurzbotschaft von Jesus Christus" erhalten, die dieser Uriella habe zukommen lassen. Darin werden sie angewiesen, für die Sektenchefin zu beten.

Es gehe dabei "um Eure, sich seit Jahrzehnten für Euch verzehrende Ordensmutter Uriella. Ihr Leben steht auf Messers Schneide". Wer nicht bereit sei, Gehorsam zu üben und seine Pflicht zu tun, solle sich vom Orden distanzieren. Er werde dann aber auch nicht auf "Amora", der göttlich gereinigten Erde, leben können.

Offenbar wirkte dieser Aufruf nicht. Im März doppelte "Jesus Christus" nach: "90 Prozent der Ordensträger" weigerten sich, Aufträge ordnungsgemäss auszuführen. Es ist die Rede von Auflehnung, Gleichgültigkeit, Geltungssucht und Eigenwillen.

Uriella hält sich seit Jahrzehnten für das Sprachrohr Gottes und behauptet, alle Krankheiten heilen zu können. Seit sie nicht mehr öffentlich auftritt, führt Icordo nach Aussen die Geschäfte der Sekte. Er gilt aber als bei den Sektenmitgliedern unbeliebt.

Noch vor zehn Jahren hatte Uriella zum wiederholten Male den Weltuntergang prophezeit. Raumschiffe würden die Gerechten, natürlich allesamt Fiat-Lux-Anhänger, rechtzeitig abholen und während der Reinigung der Erde im Weltraum zwischenlagern.

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