Subtile Kunst

Lawrence Weiner ärgert sich in Zürich über Amerika

Lawrence Weiner hat in Zürich den Roswitha-Haftmann-Preis entgegengenommen (Keystone/Christian Beutler)

Lawrence Weiner hat in Zürich den Roswitha-Haftmann-Preis entgegengenommen (Keystone/Christian Beutler)

Der US-amerikanische Künstler Lawrence Weiner schämt sich für Amerika. Denn dort gebe es tatsächlich Leute, die ein Problem damit hätten, «dass ein Schwarzer im Weissen Haus residiert».

Das macht ihn wütend, was er auch mit seiner Kunst zum Ausdruck bringt. Vor den Kopf stossen will er aber die Leute nicht. "Ich will ja niemandem den Tag verderben, indem ich ihm meinen Unmut ungefiltert vor den Latz knalle", sagte Weiner dem "Tages-Anzeiger", nachdem er im Kunsthaus Zürich den Roswitha-Haftmann-Preis, den höchstdotierten Kunstpreis Europas, entgegen genommen hatte.

Natürlich möchte Weiner die Denkweise der Menschen ändern, aber subtil, "nicht mit 'nem Pflastersein in der Hand". Die Menschen müssten nicht seiner Meinung sein, betonte er. "Aber wenn sie bereit sind, ihre Denkweise zu ändern, weil sie dich verstehen wollen, dann hast du als Künstler deinen Job gut gemacht."

Lawrence Weiner zählt zu den international wichtigsten Künstlern. Der Kunstkompass platziert ihn auf Rang 17. "Gar nicht übel", sagt Weiner. "Aber wissen Sie was? Das bedeutet mir nichts." Wichtig sei ihm nur, dass er das Privileg habe, seine Werke auf der Welt zu platzieren "und damit die Miete bezahlen zu können".

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