Die Reise dorthin dauerte allerdings statt der veranschlagten vier Tage deren sechs, wie die Miss-Schweiz-Organisatoren am Freitag mitteilten: Erst sassen Sallin und ihr Ko-Pilot, ihr Ex-Fahrlehrer Emerick Wicki, im südspanischen Algeciras fest, weil die Fähre wegen eines heftigen Sturms nicht auslaufen konnte.

Danach, auf der marokkanischen Seite, erwiesen sich die in Algeciras für 400 Euro gekauften Transfer-Papiere als ungültig. Und zehn Prozent des Warenwerts als Schmiergeld - "Bakshish" - lagen nicht drin. Eine Mitarbeiterin der Schweizer Botschaft half schliesslich. Als es endlich weiterging, kassierte die leicht ungeduldig gewordene Miss Schweiz eine Verwarnung wegen Geschwindigkeitsübertretung.

Ansonsten sollen ihre Fahrkünste tadellos gewesen sein. Das Rückwärts-Einfahren des 2 Meter 55 breiten Camions auf die drei Meter breite Spur auf der Fähre klappte gleich beim ersten Mal, berichtet die "Schweizer Illustrierte". Dadurch hätten etliche Fernfahrer, die zuschauten, ihre Wetteinsätze verloren.

Lauriane Sallin machte Ende letzten Jahres den LKW-Führerschein, nachdem sie von Schweizer Ärzten in Rabat gehört hatte, dass der Transport von Materialien zum Aufbau eines Kinderspitals wegen den undurchsichtigen Vorschriften ungeheuer schwierig sei. Am einfachsten wäre der Transport per Lastwagen. Sallins Abenteuer zeigte nun, dass selbst das nicht leicht geht.

Schliesslich gelangten die gespendeten Materialien - darunter ein Ultraschallgerät, Beatmungsgeräte, Operationslampen und Pflegehilfsmittel für die Versorgung von herzkranken Kindern - an ihren Bestimmungsort.

https://tinyurl.com/miss-ion-marokko (Film von Beni Leoni, Hauptstadtfilm)