Unruhestand

Konstantin Wecker ist auch als Rentner noch ein Rebell

Konstantin Wecker war früher ein "Zornpinkel", jetzt ist er nur noch wütend (Archiv)

Konstantin Wecker war früher ein "Zornpinkel", jetzt ist er nur noch wütend (Archiv)

Der 65-jährige Liedermacher Konstantin Wecker geht immer noch auf Demonstrationen. «Weil mich immer noch eine masslose Wut überkommt, wenn ich lese, wie durch eine neoliberale Politik hemmungslos Staatseigentum in Europa privatisiert wird», sagt er.

"Jeder Mensch hat einen wunden Punkt, etwas, das einen wütend macht. Vielleicht ist es bei mir Ungerechtigkeit", sagte er der Philosophie-Zeitschrift "Hohe Luft".

Doch nicht nur Ungerechtigkeit hat in der Vergangenheit zu Zorn und Ärger bei dem "singenden Rebellen" geführt. Er sei ein "Zornpinkel" gewesen, "wegen jeder Kleinigkeit ging ich auf die Barrikaden." Besonders in den Jahren, als er Drogen nahm, habe er sich diesem Gefühl hingegeben.

Erst die Geburt seiner Söhne in den Jahren 1997 und 1999 habe ihn verändert. "Ich habe gesehen, wie unglaublich ängstlich so kleine Kinder schauen können. Das liess mich erkennen, was eine laute Stimme für eine Waffe sein kann", sagt der mehrfache Preisträger.

Mittlerweile hat der 65-Jährige ein gesundes und sogar schöpferisches Verhältnis zu der starken Emotion: "Heute ist die Wut für mich eine notwendige Voraussetzung, um Kunst zu machen".

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