Holt diese Frau Jörg Kachelmann raus?

Kommt Jörg Kachelmann bald raus?

Der Fall Jörg Kachelmann steht möglicherweise vor einer Wende. Eine Psychologin stellt die Glaubwürdigkeit seiner Ex-Freundin infrage. Ihr Gutachterin zweifelt an Vergewaltigungs-Vorwürfen.

Lange Zeit und immer wieder genoss Jörg Kachelmann die Gunst der Frauen: 14 Freundinnen soll er in den vergangenen zwölf Jahren gehabt haben – teilweise gleichzeitig. Doch Anfang Jahr brachte ihn eine seiner Ex-Freundinnen, eine 36-jährige Radio-Frau, in Untersuchungshaft. Sie wirft ihm Vergewaltigung vor.

Jetzt scheinen sich die dunklen Wolken über dem Schweizer Wettermoderator kurzfristig zu verziehen. Es ist eine Frau, die ihn hoffen lässt: die Bremer Psychologin Luise Greuel. Sie hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft Mannheim ein Gutachten über die Ex-Freundin Kachelmanns erstellt. Diese kommt im Bericht, der am Mittwoch in Mannheim einging, nicht besonders gut weg.

«Vage und oberflächliche Angaben»

Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtet, schreibt Greuel in ihrem Bericht, die Schilderung der Vergewaltigung erfülle nicht die «Mindestanforderungen an die logische Konsistenz, Detaillierung und Konstanz». Das mutmassliche Opfer könne die Tat selbst bei eingehender Befragung nur vage und oberflächlich wiedergeben.

Es würden auch Sachverhalte dargestellt, die «handlungstechnisch unwahrscheinlich bis unmöglich seien». Zudem hat die Frau zum Verhalten vor der Tat gelogen – und dies erst in der vierten Vernehmung zugegeben . Eine Falschaussage ist laut Greuel mit ihrem Gutachten nicht bewiesen, doch sei die Zuverlässigkeit der Aussagen nicht gegeben.

Welche Rolle kommen psychologische Gutachten bei der Urteilssprechung zu? Stefan Trechsel, emeritierter Strafrechtsprofessor der Universität Zürich, sagt gegenüber dem «Sonntag»: «Das Gutachten nimmt dem Richter die Entscheidung nicht ab. Er wird es jetzt prüfen müssen auf Logik und Überzeugungskraft. Falls es überzeugt – und gleichzeitig die Beweise der Anklage hauptsächlich auf dieser Aussage beruhen – kann dem Gutachten eine entscheidende Rolle zukommen.»

Was das «Tatmesser» wirklich das Tatmesser?

Handfeste Beweise also braucht Kachelmanns Ex-Freundin. Doch die schwinden dahin. Kachelmann soll sie bei der Tat mit einem Messer bedroht haben; ob er es aber tatsächlich in den Händen hielt, konnte auch nach einem DNA-Test nicht bewiesen werden. Zweifel gibt es auch an ihren Blutspuren am Messer: Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) konnte die Spuren nicht eindeutig der Frau zuordnen – sie waren zu winzig. Und ihre Verletzungen sind gemäss einem Rechtsmediziner nicht eindeutig Fremdverletzungen.

Dass insbesondere verschiedene Gutachten eine Entlastung bringen könnten, hatte Kachelmanns Geschäftspartner Norbert Steffen nach einem Gefängnis-Besuch letzte Woche dem «Sonntag» gesagt. Gut möglich, dass der Wettermann mit seiner Prognose richtig liegt. Laut Steffen soll Jörg Kachelmann überzeugt sein, das Gericht nach einem möglichen Prozess als freier Mann zu verlassen.

Meistgesehen

Artboard 1