Schluss mit Detox

Kerstin Cook stellt sich gegen den Magerwahn: «Ich esse, worauf ich Lust habe und in Massen»

Kerstin Cook ist ab jetzt ein «Curvy»-Model  (Archiv)

Kerstin Cook ist ab jetzt ein «Curvy»-Model (Archiv)

«Detox und Verzicht – das macht einfach keinen Spass», erzählt Ex-Miss-Schweiz Kerstin Cook. Nun ist Schluss mit dem Magerwahn. Im Interview mit Watson spricht sie offen über ihre Entscheidung und ihre Ängste.

Ex-Miss-Schweiz Kerstin Cook hat sich vom Magerwahn losgelöst. Neu modelt sie als «Curvy»-Model und auch auf ihrem Instagramaccount finden sich derzeit viele Bilder mit dem Hashtag «Curvy» oder «Curvy-Model». Gegenüber «Blick» verriet das Model im Februar, dass sie jetzt normalgewichtig sei und acht Kilos zugenommen habe. Im Interview mit «Watson» spricht sie offen über diese Entscheidung.

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Instagram: Kerstin Cook bezeichnet sich selbst als «Curvy Model»

Lange Zeit habe Cook sich dem Magerwahn und den Vorgaben der Agenturen hingegeben. Sie habe lange gebraucht, um sich so zu akzeptieren, wie sie ist. «Ab dem Moment, als ich zur Miss Schweiz gewählt wurde, musste ich perfekt sein», erinnert sich das Model. Als sie vor sieben Jahren zur Miss Schweiz gewählt wurde, wollte sei so sein, wie andere sie haben wollten: «Ich habe aufgehört zu essen und meine Gesundheit litt stark darunter», erzählt sie. Oft sei sie deswegen krank geworden.

«Super, man sieht deine Knochen!»

In Miami erlebte das Model einen Schlüsselmoment: «Da haben sie mir gesagt: Schau dich an, du siehst super aus, man sieht deine Knochen!». Sie habe das als Kompliment genommen. Als ein Freund sie auf ihre Knochen aufmerksam machte, habe sie sich auch bei ihm bedankt. «Er reagierte verwirrt und entgegnete, er habe das nicht als Kompliment gemeint.» Da sei es ihr wie Schuppen von den Augen gefallen. Sie entschied sich gegen den Magerwahn und informierte ihre Agenturen darüber, dass sie fortan als «Curvy Model» arbeiten würde. Leicht sei es ihr aber nicht gefallen: «Ich hatte extreme Angst, dass ich nicht mehr gebucht werde», verrät sie. Eine Agentur in Deutschland habe sie daraufhin auch rausgeschmissen. Anders in Amerika: Dort unterstützten die Agenturen ihren Entscheid. «Curvy-Models sind vor allem in den USA gefragt.» Man müsse einfach straff und fit sein. Aber: «Curvy in diesem Business kann man nicht ernst nehmen.» Normalgewichtige würden in der Modelbranche schon beinahe als «Plus-Size»-Models gelten. 

Operation ja, aber aus anderem Grund

Den Leuten werde von der Modelbranche ein realitätfremdes Bild vermittelt: «Viele Models sind retuschiert, mit Photoshop bearbeitet oder operiert». Moment, sie selbst hatte sich ebenfalls die Brüste vergrössern lassen. «Ja», bestätigt Cook. «Ich fühlte mich von der ganzen Branche unter Druck gesetzt.» Bei Unterwäsche- und Bikinishoots sei bei ihrer Oberweite immer nachgeholfen worden, erzählt sie. Deswegen hatte sie nachgeholfen. Zwar bereut sie ihre Entscheidung keineswegs, aber: «Ich wünsche mir einfach, ich hätte es aus einem anderen Grund gemacht.»

Wie ihre Vorbilder Cara Delevingne und Ashley Graham wolle auch sie jetzt ihr Ding durchziehen. Sie arbeite derzeit an einem Projekt. «Es hat etwas mit dem Bereich Curvy zu tun», mehr wolle sie dazu aber nicht verraten. 

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