Miss Schweiz
Kerstin Cook: So arm ist die Miss aufgewachsen

Englische Bohnen statt Fleisch, Kleider aus dem Billig-Laden und Verwandtenbesuche statt Ferien am Meer. So sah die Kindheit von Miss Schweiz Kerstin Cook aus.

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Keystone

Das einfache Leben hat die Familie von Kerstin Cook zusammengeschweisst. «Oft blieb uns Ende Monat nichts übrig», erinnert sich Karen Cook, die Mutter der neuen Miss Schweiz in der aktuellen Ausgabe der «Schweizer Illustrierten.»

Fleisch kam bei Familie Cook nur selten auf den Tisch. «Bei uns gabs English Beans, Dosen-Ravioli, Suppe, Käseplätzchen und Käsekuchen.» Kleider für die Kinder kauft Mum verbilligt oder in England.

Um die Schulden abzubauen, ging die Mutter jeweils Abends putzen. Manchmal begleitete sie ihre Tochter. «Damit sie nicht allein war.»

Geringere Kosten für Ausbildung in England

«Trotzdem vermisste ich nichts in meiner Kindheit», sagt Kerstin. Es fällt ihr zwar auf, dass ihre Gschpänli oft in die Ferien verreisen und sie nicht - oder höchstens auf Verwandtenbesuch nach England. Aber: «Meine Eltern schauten immer, dass es uns Kindern gut ging. Sie kauften mir gar ein Saxofon und ermutigten mich zum Leichtathletik-Training.»

Die geringeren Kosten waren laut Kerstin neben dem engen Bezug zur Heimat England der Hauptgrund, weshalb sie ihre Ausbildung nach englischem Schulsystem absolviert.

«In England bin ich einfach , was aber nicht dasselbe heisst wie in der Schweiz. Hier «studiere» man Universitäts- oder Fachhochschul-Ebene. «Dieser Unterschied war mir nicht bewusst.»

Das wissen um diesen Unterschied hätte Cook wohl einige negative Schlagzeilen erspart. Weil sie sich im Vorfeld der Wahl und auch noch kurz danach trotz fehlender Matura als «Biologie-Studentin» bezeichnete hatte, wurde sie zur «Miss Schummel» erkoren. (jep)