Wetterfrosch-Prozess
Kachelmann will umstrittenen Gutachter zurück

Am 8. Prozesstag hat die Verteidigung im Vergewaltigungsprozess gegen Jörg Kachelmann beantragt, dass das Gericht die Ablehnung des «Blaue-Fecken-Gutachters» rückgängig macht.

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Keystone

Die Kammer solle sich noch einmal «gründlich und unbefangen» mit der Stellungnahme des Sachverständigen befassen. «Sie wird dann zu dem Ergebnis kommen, dass eine Erwartung der Befangenheit nicht berechtigt ist», sagte Kachelmann-Verteidiger Reinhard Birkenstock gemäss «bild.de».

Rechtsmediziner Bernd Brinkmann war als Gutachter abgelehnt worden, weil er beim möglichen Vergewaltigungsopfer vorschnell von Selbstversuchen mit blauen Flecken ausgegangen war.

Brinkmann war nicht der Frage nachgegangen, ob die Fotos Teil der sexuellen Praktiken waren und die Freundin die Aufnahmen in Kachelmanns Interesse machte. Deshalb sah die Strafkammer die Befürchtung der Staatsanwaltschaft als berechtigt an, der Gutachter sei nicht unparteiisch.

Kampf mit allen Mitteln

Kachelmanns Anwälte kämpfen im Prozess mit allen Mitteln: Befangenheitsanträge gegen die Richter, Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Staatsanwälte sowie Anträge, die Ankläger als Zeugen vernehmen zu lassen.

Am heutigen Prozesstag warten auf den Wettermoderatoren drei ehemalige Geliebte, die dem Richter von ihrer Beziehung erzählen. Die Zeugenaussagen finden hinter verschlossenen Türen statt – die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen. (jep)