Krebs
Jörg Schneider: «Mir geht es nicht gut – aber ich kämpfe»

Er sitzt im Rollstuhl und hat jeden Tag Schmerzen. Und doch brilliert Jörg Schneider auf der Leinwand. In seiner ersten Hauptrolle in einem Kinofilm. Im «TalkTäglich» sprach er über das tägliche Leiden und die Dreharbeiten zum Film «Usfahrt Oerlike».

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Diagnose Prostata-Krebs mit Ablegern in der Leber. Jörg Schneider (79) sitzt im Rollstuhl. «Mir geht es eigentlich nicht gut. Aber ich kämpfe mich jeden Tag durch», sagt er. Unterstützung bekomme er von der Spitex und von seiner Frau sowie Bekannten und Nachbarn. «Aber es ist nicht einfach.»

Der Volksschauspieler istin Therapie, eine Operation sei aber keine Möglichkeit, wie er sagt. Es sei medizinisch «ausgeschlossen» die Ableger in der Leber operativ zu entfernen.

Mathias Gnädinger, Paul Riniker, Jörg Schneider an den Solothurner Filmtagen 2015 (v. l.).

Mathias Gnädinger, Paul Riniker, Jörg Schneider an den Solothurner Filmtagen 2015 (v. l.).

Keystone

Jörg Schneider hat oft Schmerzen. Die regelmässige Chemo macht ihn zudem müde. «Und ich bin sehr vergesslich geworden.»

Trotz allem: Hin und wieder mag der Mann, der dem Kasperli die Stimme gegeben hat, noch lachen. Vor allem zusammen mit seiner Frau Romy. «Das hilft schon. Aber es gibt auch Situationen, wo einem das Lachen vergeht.» Er versuche, den Humor zu behalten.

«Der Filmdreh hat mir Kraft gegeben»

Und jetzt die erste Hauptrolle in einem Kinofilm. «Ich hatte eine riesen Freude, als mir Paul Riniker diese Rolle angeboten hat», sagt Jörg Schneider.

In «Usfahrt Oerlike» geht es um eine ungewöhnliche Freundschaft, Jörg Schneider spielt an der Seite von Mathias Gnädinger einen Mann, der den Lebensmut verloren hat und sterben will. Kinopremiere hatte der Schweizer Film am Donnerstag, 28. Januar.

«Dass ich das noch machen konnte, macht mich sehr glücklich», sagt Schneider. «Das hat mir Kraft gegeben.» Die Zusammenarbeit mit Mathias Gnädinger sei «unwahrscheinlich schön» gewesen, der Schauspieler ein «wahnsinnig lieber Kollege».

Während den Dreharbeiten wurde der kranke Jörg Schneider gut umsorgt. «Ich musste meine Arbeit als Schauspieler natürlich voll leisten – aber dazwischen wurde ich geschont. Sie haben mir ein Zimmerli parat gemacht, wo ich mich hinlegen konnte.»

Angst vor dem Tod hat Jörg Schneider nicht. «Da gehe ich gelassen drauf zu.» Seinen 80. Geburtstag am 7. Februar hofft er noch zu erleben. Ein grosses Fest will er aber nicht machen. «Es ist mir nicht ums Festen.» (smo)