Zurück am TV

Jörg Kachelmann: «Deshalb ist es für mich in Deutschland besser als in der Schweiz»

Jörg Kachelmann spricht über seine schwerste Zeit

«Nur schon ein Vorwurf kann ein Leben zerstören»: Jörg Kachelmann blickt zurück – und nach vorne.

Nach Jahren der Bildschirm-Abstinenz moderiert Jörg Kachelmann wieder seine alte Talkshow «Riverboat» auf MDR. Doch sein Ruf ist nach dem Vergewaltigungsvorwurf noch nicht wiederhergestellt. In der Sendung «TalkTäglich» sprach er darüber.

Er hofft auf Rehabilitation. Und Gerechtigkeit. Teilweise hat er diese erlangt. «Es gibt vier Dinge, von denen ich gesagt habe, dass ich sie gern hätte», sagte Jörg Kachelmann am Montagabend in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele Züri zu Moderator Markus Gilli und zählte auf: «Erstens, dass diese Falsch-Beschuldigerin verurteilt wird, zweitens, dass diese 'Sieche' von der Staatsanwaltschaft Mannheim verurteilt werden, drittens, dass Springer und Burda (deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, Anm. der Red.) verurteilt werden, und viertens ja, ein Leben insofern zurück, als dass ich als Verbrechensopfer wieder alles machen darf, was ich vorher gemacht habe.»

Der heute 60-Jährige wurde zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt. Die Frau, die ihn beschuldigt hatte, musste Schadenersatz bezahlen, weil sie dies «vorsätzlich wahrheitswidrig» getan hat.

Zusammen mit Kollegin Kim Fisher moderiert Jörg Kachelmann seit Anfang Jahr wieder seine alte Talksendung «Riverboat» auf MDR. Doch seinen Ruf erachtet er als noch nicht wiederhergestellt.

«Nicht mein Freispruch, das reichte lange nicht aus, sondern dass diese Frau 2016 für das verurteilt worden ist, was sie gemacht hat, das war für mich das wichtige Urteil», sagte Kachelmann. «Und niemand in der Schweiz hat darüber berichtet. Das ist der Grund, weshalb es für mich heute fast besser ist in Deutschland als in der Schweiz.»

Sehen Sie hier die Sendung «TalkTäglich» mit Jörg Kachelmann in voller Länge:

TV-Comeback

Kachelmanns Kampf für Gerechtigkeit und für seinen Ruf ist also noch nicht zu Ende. Und das Verfahren hat weitere Spuren hinterlassen. Im TV-Talk sagte er unter anderem, dass er es als sinnvolle Vorsichtsmassnahme erachte, die Bürotür offen zu lassen oder nicht nur zu zweit Lift zu fahren. Denn: «Nur schon ein Vorwurf kann ein Leben zerstören.» (smo)

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