Jörg Kachelmann
Ist Jörg Kachelmann Opfer einer Stalkerin?

Heute Morgen entscheidet sich, ob Jörg Kachelmann weiter in Haft bleiben muss. Bekannte sehen den Schweizer «Wetterfrosch» derweil eher als Stalking-Opfer denn als Täter.

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Jörg Kachelmann in U-Haft

Jörg Kachelmann in U-Haft

Kachelmanns Anwälte erwirkten für den heutigen Tag einen Haftprüfungstermin. Der Richter muss anhand eines gerichtsmedizinischen Berichts und zweier völlig unterschiedlicher Aussagen entscheiden.
Zwei Anwälte vertreten laut bild.de den Meterologen: Strafrechtler Dr. Reinhard Birkenstock und Medienrechtexperte Prof. Ralf Höcker. Die bekräftigten gestern in einer Mitteilung: «Jörg Kachelmann ist unschuldig. Er hat die ihm vorgeworfene Tat nicht begangen.» Opfer-Anwalt Thomas Franz bleibt dabei: «Meine Mandantin wurde von Jörg Kachelmann vergewaltigt.»

Wer ist die Frau, die Kachelmann vergewaltigt haben soll?

Sabine W. (37, Name geändert) ist eine attraktive Blondine, arbeitet bei einem Radiosender und lebt in Schwetzingen. Rechtsanwalt Franz: «Sie lernte Herrn Kachelmann bei einem Interview kennen. Sie führen seit über elf Jahren eine Beziehung, entschieden sich aber, das in den Medien nicht öffentlich zu machen.»

Stalking oder Vergewaltigung?

Kachelmanns Privatleben war bis heut - selten für einen Medienmann - fern von jeder Öffentlichkeit. er ist ein verschwiegener Mann, der das Nichtberufliche stets für sich behalten hat. Wenig ist bekannt. Kachelmann war bis Mitte der 90er Jahre verheiratet mit Katja Hösli, mit ihr, einer Grafikerin und Zeitungsdesignerin; die beiden sind noch heute freundschaftlich miteinander verbunden.

Niemand in Kachelmanns Umfeld will etwas von dieser Sabine gehört haben. Auch die Mitarbeiter seiner Firma «Meteomedia» glauben an seine Unschuld. «Ich kenne ihn seit Jahren und habe noch nie etwas von einer Freundin in Schwetzingen gehört», sagt Frank Werner, Verwaltungsrat von Kachelmanns Firma Meteomedia zu 20 Minuten online. Auch ein enger Geschäftspartner weiss laut der Zeitung «Bild» nichts von einer langjährigen Bekanntschaft, vermutet in der angeblichen Partnerin gar eine Stalkerin. Frank Werner will dies zwar nicht bestätigen, sagt aber: «In der Vergangenheit kam es immer wieder zu einstweiligen Verfügungen wegen Stalking, letztmals Anfang Jahr.»
Für den heutigen Gerichtstermin um 10.30 Uhr kündigten seine Verteidiger an: «Herr Kachelmann wird sich gegenüber der Staatsanwaltschaft umfassend zu den Vorwürfen äussern.» Bei einem Schuldspruch drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Bleibt zu hoffen, dass Kachelmann nicht versagt bleibt, was er am liebsten tut: Wetter beobachten, Wetter moderieren. «Ich möchte Fernsehwetter moderieren, bis ich tot bin», sagte der Autodidakt einmal. «Das grosse Glück ist: Es ist das einzige Format, in dem man wirklich alt werden kann.»

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