Nichts weniger als das "Ende des Abfalls" beschwört Janet Hering, Direktorin des Wasserforschungsinstituts des ETH-Bereichs Eawag, in einem Begleitkommentar in "Science" herauf. "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir Abfall definieren, erzeugen und managen."

Dies beginnt mit dem Redesign der Toilette, deren Bauweise seit dem 19. Jahrhundert fast unverändert ist. Inzwischen gibt es nicht nur Modelle, die weniger Wasser verbrauchen, sondern auch solche, die Urin und feste Bestandteile für die Kompostierung getrennt sammeln - darunter das Modell "NoMix" der Eawag.

In der Millionen-Metropole Hongkong wird seit 50 Jahren verstärkt Seewasser zur Toilettenspülung verwendet und damit etwa 20 Prozent Trinkwasser gespart.

Doch die Entwicklung geht weiter: Noch in diesem Monat wollen verschiedene Forschungsteams ihre Prototypen in Seattle (USA) vorstellen. Ihr Ziel ist ein Preis, den die Bill- und Melinda Gates-Stiftung für die "Neuerfindung der Toilette" ausgeschrieben hat. Das Haupthindernis dagegen sei eher in den Köpfen zu suchen, schreibt "Science"-Redaktor Greg Miller: In der Kultur des "Wegspülens und Vergessens".

Stickstoff entfernen

Für ein grosses Problem, die Entfernung von Stickstoff aus dem Abwasser, präsentiert Mark van Loosdrecht von der Universität Delft (Niederlande) eine moderne Technik: Bei den sogenannten Anammox-Verfahren setzen Bakterien Nitrate und Nitrite ohne Sauerstoff wieder zu Stickstoff um, der in die Luft entweicht. Damit werde die schädliche Überdüngung von Gewässern vermindert.

Mit festem Bio-Abfall beschäftigt sich Bruce Logan von der Pennsylvania State University in University Park (USA) und stellt Prototypen mikrobiologischer Brennstoffzellen vor. Sie nutzen die Eigenschaften bestimmter Bakterien, aus Abfallprodukten der Gärung wie etwa Essigsäure direkt Strom zu erzeugen.