Wunder

In Deutschland gelingt Entbindung einer Wachkoma-Patientin

Der Mann verstarb trotz rascher Rettungsmassnahmen im Spital. (Symbolbild)

Der Mann verstarb trotz rascher Rettungsmassnahmen im Spital. (Symbolbild)

An der Universitätsklinik Erlangen hat weltweit erstmals eine Wachkomapatientin ein Kind bekommen. Ärzten und dem Pflegeteam des Spitals sei es gelungen, die Schwangerschaft der 40-Jährigen 22 Wochen bis zur Entbindung fortzusetzen, teilte die Klinik mit.

"Weltweit ist kein vergleichbarer Fall bekannt, bei dem Ärzten bei einer hirntoten oder Wachkoma-Patientin nach einem Herzinfarkt ein ähnlicher Erfolg gelungen ist", sagte ein Kliniksprecher.

Der erst jetzt veröffentlichte Fall liegt nach Angaben des Kliniksprechers bereits einige Monate zurück. Dies sei so gemacht worden, um Druck auf die Angehörigen zu vermeiden. Ärzte und Pflegekräfte hätten zudem ihre Handlungen von Anfang an mit einem interdisziplinären Klinischen Ethikkomitee abgestimmt.

Die 40-Jährige hatte nach Angaben der Uniklinik in der 13. Schwangerschaftswoche einen Herzinfarkt mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten.

Mit einem Fall, der allerdings mit einer Fehlgeburt endete, hatte die Uniklinik Erlangen im Jahr 1992 für Aufsehen gesorgt. Damals hatten Erlanger Ärzte eine hirntoten Frau noch 40 Tage lang ein Kind austragen lassen.

Der Fall hatte seinerzeit in Deutschland eine Debatte darüber ausgelöst, ob es die Menschenwürde einer toten Frau erlaubt, dass ihr Körper zur Austragung einer Schwangerschaft genutzt wird.

Auch die damalige Bundesfrauenministerin und heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel war damals der Auffassung gewesen, dass der Fall "im Grenzbereich dessen liegt, was medizinisch machbar und ethisch vertretbar" sei.

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