linda fäh

«Ich, bieder? Das ist lächerlich!»

Seriös und bodenständig: Die neue Miss Schweiz Linda Fäh

Seriös und bodenständig: Die neue Miss Schweiz Linda Fäh

Kaum im Amt, wurde Linda Fäh als «bieder» und langweilig wie «lauwarmes Leitungswasser» tituliert. Im persönlichen Gespräch entpuppt sich die 22jährige als erfrischende Frohnatur. Das Interview.

Kaum im Amt, wurden Sie als Miss Bieder tituliert. Wie bieder sind Sie, Frau Fäh?

Linda Fäh: Ich bin ganz und gar nicht bieder. So eine Schlagzeile, produziert nach der Wahlnacht, noch dazu von jemandem, der mit mir kein einziges Wort gesprochen hat, fand ich einfach nur lächerlich.

Wenn Sie nicht bieder sind, wie und wer sind Sie dann? Beschreiben Sie sich bitte in drei Sätzen.

Fäh: Ich bin eine natürliche, unkomplizierte Frau. Ich bin bodenständig, sehr offen und interessiert an der ganzen Welt. Und sehr ehrgeizig, was die Verwirklichung ihrer Ziele anbetrifft.

Das Missen-Jahr verändert einen. Wie anders sind Sie geworden?

Fäh: Ich bin nicht anders, als ich vor der Wahl war. Ein bisschen reifer und selbstständiger allerdings. Vorher wäre ich nie allein mit dem Auto nach Zürich gefahren, ich war viel zu unsicher, hätte Angst gehabt, mich nicht allein zurechtzufinden.

Und jetzt bewegen Sie sich auf dem Laufsteg, als ob Sie es nie anders gekonnt hätten. Sie lieben das Scheinwerferlicht.

Fäh: Ich habe es schon immer geliebt. Schon als kleines Mädchen genoss ich es und war eine der wenigen, die in der Schule gerne Vorträge hielt. Die Freude am Mittelpunkt war immer grösser als das Lampenfieber.

Sie gehören auf eine Bühne?

Fäh: Sagen wir es so: Ich bin extrem gern kreativ und verwirkliche mich gerne. Der Job als Miss Schweiz war und ist ein kreativer Job. Vorausgesetzt, man bringt die Offenheit dafür mit.

Sie sind also nicht froh, dass es bald vorbei ist?

Fäh: Nein, ganz und gar nicht – ehrlich. Ich würde das Jahr gerne verlängern.

Die volle Agenda, das Herumreisen, die mediale Aufmerksamkeit: All dies hat Sie nie geärgert? Viele Ex-Missen hatten am Schluss genug davon.

Fäh: Die ersten Monate sind anstrengend. Aber ich war so happy, dass ich die Auserwählte war, dass ich Miss Schweiz sein durfte, dass ich es von der ersten Minute an genossen habe. Im Gegenteil: Je mehr ich zu tun hatte, desto besser fand ich es.

Ihr Amtsjahr haben Sie bravourös skandalfrei absolviert. Sie gingen nie auf eine Party und tanzten auf dem Tisch?

Fäh: Selbstverständlich ging ich auf Partys, ich trank auch mal einen Prosecco, aber es war klar, dass ich nie auf dem Tisch tanzen würde. Das gehört sich nicht als Miss.

(Interview: Claudia Landolt)

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