Joël Super will alles tun, um seinem besten Freund das Leben zu retten. Das begann mit einem Facebook-Aufruf unter dem Titel «Rettet Fabio» Anfang Monat und gipfelte in der Spendenaktion am Donnerstag.

Der Freund des Teenagers, Fabio Paco, erhielt im Oktober 2014 die Diagnose eines lebensbedrohlichen Hämophagozytosesyndroms, kurz HLH. Bei der seltenen Immunschwächekrankheit zerstört der eigene Körper gesunde Blutzellen und greift Organe wie Milz, Leber und das Nervensystem an.

Heilen könnte ihn einzig eine Blutstammzellen-Transfusion. Doch aus der Familie und dem näheren Umfeld kommt niemand als Spender infrage.

«Berührend und stressig zugleich»

Joël Super versuchte also, die breite Öffentlichkeit dazu zu mobilisieren, sich als Spender testen zu lassen. Dazu braucht es nicht mehr als einen Abstrich der Mundschleimhaut.

Höhepunkt der freundschaftlichen Aktion: ein Spendentag am Spital Nidwalden in Stans, wo Fabio derzeit liegt. Hunderte kamen – das Spital erlebt den grössten Spendentag in seiner Geschichte.

«Das ist extrem emotional, berührend und stressig zugleich», sagt Super ergriffen.

Selbstlose Sympathie-Aktion

Doch für Fabio könnte die Aktion bereits zu spät sein. Laut Peter Perren ist der Teenager sehr wahrscheinlich zu schwach für eine Operation. 

«Es ist eine Sympathie-Aktion, die Fabio Kraft geben soll», sagt Perren zu Keystone. «Fabio und seiner Familie ist aber auch bewusst, dass diese Aktion anderen helfen kann.»

In rund zwei Monaten werden die Gewebeproben weltweit mit Daten von Patienten abgeglichen, die auf eine Blutstammzellen-Spende warten. Die Aktion soll laut Blutspende SRK die Chancen erhöhen, geeignete Spender zu finden. Denn: Die Chance, dass innerhalb der eigenen Familie ein Spender gefunden wird, liegt bei 20 bis 30 Prozent. (smo/sda)