Gegenüber der "Neuen Luzerner Zeitung" mochte die Germanistin, die in den USA und Zürich lehrt, nicht auf die Absetzung Zweifels eingehen. Sie schaue nach vorne und wünsche sich, "dass der Dialog zwischen den Diskutanten gestärkt wird. Dass man aufeinander Bezug nimmt. Dass es bei den Buchbesprechungen Voten gibt, die einem Gesprächsfaden folgen."

Frei übersetzt: Im "Literaturclub" wärmt jeder sein eigenes, vorgefertigtes Süppchen auf, statt dass man dem Zuschauer im Teamwork einen Eindruck vom besprochenen Buch vermittelt.

Indirekt hat Keller damit auch den eigentlichen Eklat der Sendung vom April charakterisiert: Damals zitierte Elke Heidenreich den Philosophen Martin Heidegger nach eigenen Angaben statt aus dem Originalwerk aus einem Artikel der "Süddeutschen Zeitung". Als Zweifel ganz richtig anmerkte, das stehe so nicht im Buch, behauptete Heidenreich "doch!" und knallte ihr Buch auf den Tisch.

Zweifels vorläufiger Nachfolger Rainer Moritz ging im am Montag aufgezeichneten "Literaturclub" kurz auf die Szene ein. Laut "Blick" versprach er den Zuschauern, dass ihm jedes Zitat vorab zur Prüfung vorgelegt worden sei. Und dass die Disziplin Bücherwurf heute nicht zur Ausführung gelange.