Beatrice Strässle

Für Hans Zuber ist Gemeindeschreiber der Traumberuf schlechthin. «Die grosse Vielfältigkeit, jeder Tag kann Überraschendes bringen, Dinge, die man nicht kennt», erklärt er. Klar, dass man auch von seinem Traumberuf manchmal genug hat. «Ganz sicher», lacht er, «aber da habe ich eine Nacht darüber geschlafen, die Zeitungsinserate etwas durchstöbert und bin dann immer wieder auf den gleichen Nenner gekommen. Nämlich, dass ich hier an der richtigen Stelle bin.» Mit Rupperswil verbindet ihn nicht nur seine Arbeit, er ist hier aufgewachsen, lebt hier - das schafft Wurzeln. Für ihn eine wichtige Komponente, um seinen Beruf ausüben zu können. «Ich bedaure es oft, dass nicht viel mehr darauf geachtet wird. Meiner Meinung nach schafft das eine bessere Identifikation für den Beruf und den Ort», ist er überzeugt. Dass er auch in seiner Freizeit erkannt und manchmal auf Geschäftliches angesprochen wird, stört ihn wenig, er weiss sich abzugrenzen.


Die Trauungen waren speziell
Dreissig Jahre, eine Zeit, in der viel passiert ist. Das Asylwesen, das Sozialamt und das Zivilstandsamt, alles Arbeiten, welche früher der Gemeindeschreiber erledigte. Zu viel ist es geworden, alleine das Sozialamt erfordert heute eine zusätzliche Stelle. Nicht alles, was sich änderte, war von Freude geprägt. So der Übergang des Zivilstandsamtes in das regionale Zivilstandsamt. «Für mich war das Zivilstandsamt und vor allem die Trauungen immer sehr speziell», erinnert er sich.


Manchmal wäre etwas mehr Zeit besser
Und trotz der Erleichterung, welche der technische Fortschritt am Arbeitsplatz mit sich brachte, sieht Hans Zuber ganz klar auch Nachteile. «Niemand hat mehr Zeit, alles ist hektischer geworden. Manchmal wäre es gut, anstatt eines Mails einen Brief zu schreiben. Vieles bliebe dann ungeschrieben, was besser wäre», sinniert er. Dank seiner Art, am Leben die positiven Dinge zu sehen, kann er mit den unerfreulichen Dingen, welche seine Arbeit zwangsläufig mit sich bringen, gut umgehen. «Ich bin humorvoll, habe es zwischendurch gerne lustig und lache gerne». Er schafft es auch, mit seiner besonnenen Art auf der Gemeindeverwaltung eine angenehme, ja gar familiäre Atmosphäre zu verbreiten. Die Mitarbeiter danken es mit langjähriger Treue.
Rupperswil hat sich in den drei Jahrzehnten weiterentwickelt, was Hans Zuber sehr positiv sieht. «Das Schöne daran ist, dass sich auch Neuzuzüger immer wieder für den Ort engagieren». Ganz klar steht Zuber auch für den «Alleingang» von Rupperswil ein. Zusammenarbeit dort, wo es Sinn macht, aber sonst sieht er die Zukunft seines Dorfes in der Selbstständigkeit.


Nur ein Wunsch
Nach so vielen Arbeitsjahren ist der Weg bis zur Pensionierung nicht mehr weit. Möchte er beruflich noch etwas ganz Bestimmtes erreichen? «Die Realisation des Stapfenacherhauses war mir sehr wichtig, jetzt ist der Fussballplatz an der Reihe, bald schon wird die Sanierung des alten Mehrzweckgebäudes folgen und irgendeinmal gilt es, das Amt abzugeben, kurz, es ist alles im Fluss. Wirklich gespannt aber bin ich auf den Auenschutzpark.» Und wenn er drei Wünsche für die Gemeinde frei hätte? «Da gibt es nur einen, dass es so bleibt, wie es ist.»

Persönlich

Was Hans Zuber mag:
«Ich esse und trinke gerne, aber nicht im Übermass». Sein Erfolgsrezept, um bei «Gewicht» zu bleiben: «Jeden Tag den Blick auf die Waage, da kann ich sofort reagieren.»

Was Hans Zuber nicht mag: Kurz und bündig: «Ungerechtigkeiten».

Wohin er verreist: «Am liebsten in warme Gebiete, wobei ich Europa noch nie verlassen habe und auch keine Veranlassung dazu finde. Ganz besonders gerne bereise ich Griechenland. Daneben geniessen wir auch Wellnesstage und die Kultur hat auch ihren festen Platz im Reiseprogramm».