Kachelmann-Prozess
Heute spricht das mutmassliche Opfer

Höhepunkt im Prozess gegen den Wetterexperten Jörg Kachelmann: Heute sagt mutmaßliche Opfer als Zeugin aus. Im Fokus stehen dabei ihre damaligen angeblichen Verletzungen.

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Keystone

Der neunte Verhandlungstag ist entscheidend für den Ausgang des Kachelmann-Prozesses. Vor dem Landgericht Mannheim tritt heute die Frau auf, die Jörg Kachelmann im letzten Februar wegen Vergewaltigung angezeigt hat. Das Gericht muss insbesondere beurteilen, wie glaubwürdig die Vorwürfe der 37-jährigen Frau aus Schwetzingen sind. Zwei Polizistinnen, die die Ex-Freundin Kachelmanns als Erste vernahmen, beurteilten sie vor dem Landgericht Mannheim als glaubwürdig.

Antrag von Anwalt

Als erstes muss das Gericht an diesem Mittwoch aber über einen Antrag von Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock entscheiden: Er will, dass Brinkmann wieder als Sachverständiger zugelassen wird und damit das Fragerecht zurückerhält.

Ein anderer Gutachter wird sich die Aussage der 37-jährigen Radiomoderatorin dagegen auf jeden Fall anhören: Der renommierte psychiatrische Sachverständige Hans Ludwig Kröber. Seinetwegen sagt die Hauptzeugin erst so spät im Prozess aus. Er konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus Termingründen vorher nicht an der Verhandlung teilnehmen.
Kachelmann soll Opfer mit Küchenmesser bedroht haben

Öffentlichkeit erneut ausgeschlossen

Die Moderatorin soll seit 1998 ein Verhältnis mit Kachelmann gehabt haben. Dann erkannte sie nach Angaben der Ermittler, dass ihr Geliebter neben ihr noch andere Freundinnen hatte. Sie stellte ihn zur Rede und wollte sich laut Anklage von ihm trennen. Daraufhin soll er sie mit einem Küchenmesser bedroht und zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Das mutmaßliche Opfer erschien zwar zum Prozessauftakt, doch sie schwieg. Zu hören war bisher nur ihr Notruf bei der Polizei.

Während ihrer Aussage wird voraussichtlich die Öffentlichkeit erneut ausgeschlossen, sagte der Sprecher der Mannheimer Staatsanwaltschaft, Andreas Grossmann, gemäss «stern.de» am Dienstag. «Es wäre sehr erstaunlich, wenn das Gericht ausgerechnet bei ihr die Öffentlichkeit zulässt.» Bislang waren die meisten Zeugen - etwa die Eltern des mutmaßlichen Opfers sowie mehrere Ex-Freundinnen Kachelmanns - ohne Öffentlichkeit gehört worden. (jep)