"Beim Spielen geht es mir nicht ums Geld, sondern um die kindliche Spannung und die Ablenkung", erzählt die 73-jährige Schweizer Schauspielerin der "Schweizer Familie". "Mich belastet der tägliche Horror in den Nachrichten, das Elend auf der Welt." Je älter sie werde, desto schlechter ertrage sie den Raubbau an der Natur, das Elend der Tiere, das Leiden der Menschen.

Glössner hatte ein buntes Leben. Mit 20 tauchte sie in die Glamour-Welt der Hollywood-Stars ein. "Ich tanzte mit Charles Bronson am Pool von Lana Turner und feierte mit Betty Hutton, Doris Day und Rock Hudson. Es war eine verrückte Zeit."

Obwohl von Doris Day und Betty Hutton gedrängt, startete sie ihre Schauspielkarriere nicht dort. Die Schauspielschule machte sie in Zürich. "Nichts von dem, was ich in Hollywood gesehen hatte, reizte mich." Die Ambiance bei den Reichen in den Hollywood-Villen habe sie nicht gelockt. "Da war viel Angeberei und gegenseitiges Übertrumpfen mit teuren Autos, Schmuck und Häusern."

Am 20. Oktober wird Heidi Maria Glössner 74. Das Alter fühle sich wunderbar an, schwärmt sie. "Wunderbar, weil ich gesund bin und noch arbeiten darf." Die Schauspielerin wird am 2. Juli gemeinsam mit Monica Gubser mit dem Lebenswerk-Preis der Armin-Ziegler-Stiftung ausgezeichnet.