Märchenwelten

Grimms Märchen haben Schweizer Politiker geprägt

Christoph Mörgeli (links) und Toni Brunner mögen Märchen (Archiv)

Christoph Mörgeli (links) und Toni Brunner mögen Märchen (Archiv)

Die grimmschen Märchen feiern dieses Jahr ihr 200-jähriges Jubiläum. Deshalb hat die «Basler Zeitung» Schweizer Politiker nach ihrem liebsten Grimm-Märchen befragt, so auch den Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli (52). Dieser mag die Erzählung «Hans im Glück».

Besonders gefällt Mörgeli die Schlusspointe: "Hans ist unendlich befreit, sobald er gar nichts mehr besitzt." Er sei zwar kein Gegner des Kapitalismus, aber überzeugt davon, dass Reichtum nicht der entscheidende Glücksfaktor sei, sagt Mörgeli.

Auch der St. Galler SVP-Nationalrat und Präsident der Schweizerischen Volkspartei, Toni Brunner (38), mag die Grimm-Märchen. Am meisten hat es ihm das "Rotkäppchen" angetan.

Parallelen zur Politik

Dabei habe ihn vor allem das Treffen mit dem Wolf gefesselt: "Es ist eine unglaubliche Story, dass man von einem Wolf gefressen wird und wieder lebendig aus seinem Magen herauskommt." Die Unerschrockenheit, die von diesem Märchen ausgeht, gefalle ihm.

Auch in der Politik fühle man sich manchmal wie im dunklen Walde, sagt Brunner. Auch sei bei den Märchen das Ende nicht vorhersehbar - dies sei eine weitere Parallele zur Politik.

Natürlich befragte die Zeitung am Rande der Herbstsession in Bern auch einige linke Politiker, darunter den Berner SP-Nationalrat Matthias Aebischer (44). "Man darf die Geschichten nicht unterschätzen", meint Aebischer. Seine Eltern hätten die brutalen Passagen beim Vorlesen etwas abgemildert.

Einen besonderen Eindruck hinterliess bei Aebischer die Abbildung des Teufels in einem Märchenbuch. Noch heute sehe er die Zeichnung vor sich.

Meistgesehen

Artboard 1