Bezirksgericht Zürich

Geplatztes Millionengeschäft um umstrittenes Picasso-Bild

Pablo Picassos Tochter Maya (Archiv)

Pablo Picassos Tochter Maya (Archiv)

Laut Anklage hat eine Zürcher Kunstvermittlerin einem deutschen Kaufmann ein umstrittenes Bild von Pablo Picasso angedreht und dabei über eine Million Franken an Provisionen ertrogen. Nicht zu beweisen, befand das Bezirksgericht Zürich.

Die 59-jährige Kunsthändlerin aus Meilen hatte im April 2004 einem deutschen Kaufmann aus Mainz als Vermittlerin ein Bild mit dem Titel "La Maternité au cruche rouge" von Pablo Picasso angeboten. Sie hatte erklärt, dass die Echtheit des Bildes durch unumstössliche Expertisen belegt sei.

Der Besitzer des Bildes und der Käufer einigten sich auf einen Preis von sechs Millionen US Dollars. Darauf überwies der Käufer der Kunsthändlerin in zwei Tranchen eine Provision von 700'000 Euro, also über eine Million Franken.

Der Deutsche hatte im Sinn, das Bild zu einem späteren Zeitpunkt für über 13 Millionen Euro weiter zu verkaufen. Doch daraus wurde nichts.

Denn plötzlich stand der Verdacht im Raum, dass es sich beim Bild um eine Fälschung handelte. Was nach einer Anzeige auch die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl ins Spiel brachte. Diese lastete der Vermittlerin aus Meilen einen Betrug an.

Ein Schweizer Zeuge hatte vor dem Deal die Angeklagte über gewichtige Zweifel an der Echtheit des Bildes unterrichtet. Diese Bedenken hatte Maya Picasso geäussert, die Tochter von Pablo Picasso.

Das Gericht folgte der Verteidigung und kam zu einem vollen Freispruch. Zudem soll das umstrittene Werk - es ist laut Gericht bis heute nicht klar, ob es echt ist oder nicht - dem Eigentümer wieder herausgegeben werden.

Der Frau sei eine vorsätzliche Täuschung nicht nachzuweisen, befand der Vorsitzende.

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