NIFFF-Splitter

George R. R. Martins Familie trug einst auch eine Krone

Fantasy-Autor George R.R. Martin in Neuenburg (Archiv)

Fantasy-Autor George R.R. Martin in Neuenburg (Archiv)

Der US-Fantasy-Autor George R. R. Martin schreibt Bücher, in denen grosse Königsfamilien alles verlieren. Der 65-Jährige, der dieser Tage am Filmfestival NIFFF in Neuenburg weilt, kennt den tiefen Fall: Seine Familie sei einst auch eine reiche Dynastie gewesen.

Doch noch bevor der Autor selber zur Welt kam, raubte die Wirtschaftskrise der Martin-Familie den gesamten Besitz. "So wuchs ich in ärmlichen Verhältnissen auf", verriet der geistige Vater der Erfolgsserie "Game of Thrones" am Filmfestival.

In seinem Roman-Epos "A Song of Ice and Fire", auf dem die HBO-Serie basiert, tauchen im Verlaufe der bisher fünf Bände tausende von Figuren auf. Zwar könne er sich den Grossteil seiner Protagonisten merken, erzählte Martin am NIFFF. "Aber zu Zeiten der Schreibmaschine wäre ich wohl doch durcheinander geraten mit den Figuren." Heute rufe er sich per Suchfunktion am Computer in Erinnerung, was er über eine Figur vergessen habe.

Weil Martin sich so viele Charaktere merken muss, vergisst er manchmal Menschen, die er eigentlich bereits kennengelernt hat. "Wenn ich Sie also einmal nicht wiedererkenne, liegt das daran, dass meine Synapsen mit meinen Figuren besetzt sind", tröstete Martin seine Schweizer Anhänger. Seine Figuren seien für ihn "wie Kinder, die ich liebe".

George R. R. Martin ist einer der Ehrengäste am diesjährigen Fantastischen Filmfestival. Neben Lesungen und der Diskussionsrunde stellte der Amerikaner im Rahmen einer "Carte Blanche" drei Filme vor, die ihn inspirieren.

An der Diskussionsrunde verriet Martin, dem das Publikum begeistert zujubelte, dass er als Kind und später auch als junger Mann sehr schüchtern gewesen sei. "Ich war ein klassischer Nerd". Erst sein Journalismus-Studium habe ihn gezwungen auf Menschen zuzugehen.

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