Schawinski vs. Köppel
Funkstille zwischen Roger und Roger wegen Islam-Streit

Radio-Chef Roger Schawinski liess am Monatagabend die Sendung «Roger gegen Roger» auf Radio 1 mit Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel platzen. Gut möglich, dass die Sendepause länger dauern wird.

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Roger gegen Roger: Schawinski und Köppel sind sich auch abseits vom Mikrofon uneinig.

Roger gegen Roger: Schawinski und Köppel sind sich auch abseits vom Mikrofon uneinig.

Keystone

In der Talkshow «Roger gegen Roger» auf Schawinskis Sender Radio 1 debattieren der Radiomacher und der Chefredaktor jeweils über aktuelle Themen. Nun ist es zum Bruch zwischen den Beiden gekommen.

Der Grund dafür liegt in der SRF-Sendung von Schawinski mit dem Saitiriker Andreas Thiel als Gast, wie die NZZ schreibt. Schawinski hatte Thiel in der Sendung mit dessen Aussage über Humor im Islam in einem Interview mit der «Berner Zeitung» von 2012 konfrontiert, wonach Muslime «irgendwo im Übergang zwischen Neandertaler und Homo Sapiens» steckengeblieben seien.

Für Schawinski ist dies eine rassistische Aussage, Köppel sah das Zitat «aus dem Zusammenhang gerissen und aufgebaut» und plante einen Artikel darüber in der Weltwoche, so die NZZ. Schawinski habe daraufhin verlangt, seine eigene Sicht der Dinge darstellen zu dürfen. Diesem Wunsch wollte das Magazin aber offenbar nicht in genügendem Ausmass entsprechen.

Gegenüber der NZZ äusserte sich Talkmaster Schawinski unter der Bedingung, sein Zitat «in voller Länge und ohne Änderung» zu publizieren. Demnach habe Schawinski Köppel «das Mikrofon von Radio 1 seit Jahren zur freien Verfügung gestellt, damit er wöchentlich seine prononcierten politischen Meinungen unzensuriert verbreiten kann.» Nun habe er für einmal Gegenrecht verlangt, welches ihm verweigert wurde. Im geplanten Artikel werde ihm «krasses journalistisches Versagen» vorgeworfen.

Bis zur Klärung in Form eines Grundsatzgespräches mit Roger Köppel und Roger Schawinski werde die Sendung deshalb «auf Eis gelegt». (cze)

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