Zwischen zwei Welten

Für Kuegler war das Leben in der Schweiz «eine andere Art Urwald»

Als 16-Jährige zog sie aus dem Dschungel nach Montreux ins Internat: Sabine Kuegler (Archiv)

Als 16-Jährige zog sie aus dem Dschungel nach Montreux ins Internat: Sabine Kuegler (Archiv)

Sie ist das «Dschungelkind»: Sabine Kuegler zog als kleines Kind mit ihren Eltern in den Dschungel von Papua-Neuguinea. Dort wuchs sie auf, bis sie mit 16 Jahren in die Schweiz zog. Ein Film über ihr Leben läuft derzeit im Kino.

"Die Internatszeit in Montreux war sehr schön", sagt Kuegler im Interview mit der Zeitung "Blick". Erst als sie das Internat verliess, bekam sie einen "gewaltigen Kulturschock", erzählt die 39-Jährige.

So wusste sie zum Beispiel nicht, wie man einen Bankomaten bedient. "Für die Leute war es unverständlich, dass eine weisse Frau diesbezüglich keine Ahnung hat", erinnert Kuegler sich und meint rückblickend: "Für mich war das Leben in der Schweiz eine andere Art Urwald."

Ein Film aus "weisser" Sicht

Mit dem Film "Dschungelkind" von Regisseur Roland Suso Richter ist Kuegler "zufrieden", wie sie sagt. Sie bedauert aber, dass sie das Drehbuch nicht selber schreiben konnte - "es ist doch meine Geschichte, ich habe sie erlebt und weiss, wie es im Dschungel ist", sagt sie in einem Interview mit der "Aargauer Zeitung".

Sie habe versucht, den Film an einigen Stellen zu korrigieren. "Leider ist mir mehr Einfluss versprochen worden, als mir schliesslich gewährt wurde", sagt sie. Es sei ein "sehr emotionaler Film" geworden, so Kuegler, "aus 'weisser' Sicht und für den 'weissen' Markt gemacht."

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